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27.01.2011

15:46 Uhr

Zinsspekulationen

Neuer Inflationssprung alarmiert Euro-Notenbanker

Der jüngste Inflationsanstieg heizt Spekulationen über eine früher als erwartete Zinserhöhung in der Eurozone an. Eine Woche vor der mit Spannung erwarteten nächsten Sitzung des EZB-Rats schürten führende Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) höchstselbst eine entsprechende Erwartungshaltung an den Finanzmärkten.

Euro-Skulptur vor der EZB in Frankfurt: Angst vor der Inflation. dpa

Euro-Skulptur vor der EZB in Frankfurt: Angst vor der Inflation.

HB FRANKFURT/DAVOS. Der Kurs des Euro zog am Devisenmarkt kräftig an. Aktuelle Inflationszahlen aus Deutschland scheinen die Alarmstimmung zu bestätigen. Ersten Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge zog die Teuerung im Januar um 1,9 (Dezember: 1,7) Prozent an. Parallel warnte der Bankenverband BdB aber vor einer „Inflationshysterie“.

EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi machte sich am Donnerstag in Bologna für eine harte Gangart im Kampf gegen die Inflation stark. Er sagte, mit Blick auf die steigenden Preise für Energie und Nahrungsmittel in aller Welt müsse die Teuerung in der Euro-Zone „signifikant stärker eingedämmt“ werden als etwa in Schwellenländern.

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte bereits am Mittwochabend in Kiel erklärt, die EZB werde angesichts des Preisdrucks falls nötig handeln und sich dabei auch nicht von der Schuldenkrise einiger Euro-Länder abhalten lassen: „Es gibt keine monetäre Finanzierung, das heißt keine Finanzierung öffentlicher Haushalte durch die Zentralbank, und keine Monetisierung der Staatsschulden, das heißt wir lassen keine höhere Inflationsrate zu, die die reale Schuldenlast der Staaten lindern würde.“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bekräftigte unterdessen beim Weltwirtschaftsforum in Davos, die EZB habe in den ersten zwölf Jahren der Währungsunion bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Teuerung in Zaum zu halten. „Wir müssen wir andere Notenbanken in der Welt auch von Zeit zu Zeit mit einem Anstieg der preise von Öl und Rohstoffen umgehen. Wir haben keinen Einfluss auf diese auf dem Weltmarkt gebildeten Preise, aber die Verantwortung, dass nicht dazu kommt, was wir die „zweite Runde' nennen.“ Aufgeschreckt worden waren Politik, Notenbanken, Märkte und Öffentlichkeit schon zum Jahreswechsel, als bekanntgeworden war, dass die Inflationsrate in den 16 Ländern der Währungsunion auf 2,2 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit gut zwei Jahren geklettert war.

Kommentare (8)

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Analytiker

27.01.2011, 16:55 Uhr

Es ist fünf nach zwölf. Die Staaten werden sich über Geldmengenvermehrung ihrer Schulden entledigen. Diese Vermehrung ist einfach eine Plünderung der Ersparnisse sei Es konten oder Renten. Es ist eine perfide Enteignungsmethode mit der die Gläubiger sogar ohne Mitbeteiligung enteignet werden. Das ist das Schema in allen Rettungsaktionen die Stattfand wenn iMF Gelder zur "Rettung" gab.
Man hat nicht kapiert dass im Mai der Euro in etwas wie Drahme und Peseta oder Lire umgewandelt worden ist. Euro ist keine Hartewährung mehr. Es ist eher so dass die Deutschen nun die DM für Lire oder Drahme aufgegeben haben. Die Geldmengenvermehrung ist der Weg des kleinsten Widerstandes für Demokratien. Geldvermehrung ist eine Enteignung wehrt euch dagegen indem ihr Gold und Silber benutzt !!!
Hier sich beschweren und dann alles in Euro anlegen grenzt an Schwachsinn.
Das ganze Dilemma, warum die Deutschen soviel Tages-,Festgeld, bankanleihen, bundeswertpapiere, Lebensversicherungen etc. halten ist der hartnäckige Glaube, dass die bank und der Staat "Dein Freund" sind. Das wurde den Deutschen ja auch jahrzehntelang vorgegaukelt. Leider ist es aber so, dass man, wenn man Leute vom Gegenteil überzeugen will, nur müde belächelt, oder gar als gefährlicher Anarchist oder bedauernswerter Spinner dargestellt wird

Voltaire

27.01.2011, 17:48 Uhr

Geldmengenaggregat

inzwischen häufen sich wertlose Papierschnitzel bzw. nicht gedeckte Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapiere, bankschuldverschreibungen etc. bei banken und der EZb in beängstigendem Ausmaß an. Diesem virtuellen „Geld“ - auch M3-Geldmenge genannt - stehen keine realen Werte entgegen, sind jedoch mit realem Geld von europäischen bürgern erkauft bzw. denen geschuldet.


Jeder aufgeklärte bürger sollte für sich bewerten, diesenirrsinn durch seinen persönlichen beitrag unter berücksichtigung von Artikel 20 (4) GG „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ zu stoppen.


Wenn jeder bürger seine Sichteinlagen auf ein notwendiges Maß zurückfährt und in Realwerte – neben anderem – z. b. in physische Edelmetalle, Wohneigentum, Grundstücke, Kunstgegenstände etc. kapitalisiert oder in sinnvolle mittelbare industriebeteiligungen wie z. b. städtischen Energieversorgungsunternehmen, Genossenschaften, Wandelanleihen (Nahrungsmittelindustrie, investitionsgüterindustrie) wo sich der Emittent k e i n e Pflichtwandlung vorbehalten hat oder anderen „Produktionsmitteln“ investiert, hat bereits den ersten Schritt getan.


im zweiten Schritt kann der bürger sich von seinen Lebensversicherungen, Riester-Sparverträgen, Rürup-Rente, sonstigen Rentenpapieren, bundeswertpapieren oder anderer Vorsorgepapiere trennen und das frei gewordene Geld, wie im vorhergehenden Absatz beschrieben, investieren bzw. anlegen. Es ist nämlich so, dass institutionelle Anleger wie Versicherungskonzerne, bausparkassen oder banken mündelsicher einen hohen Anteil (gemäß interner Richtlinien oftmals mehr als 50 Prozent) der Kundengelder in bundeswertpapiere anlegen müssen. Somit sind SiE über dieses Konstrukt mittelbar bürge mit iHREN Einlagen bei Zahlungsausfällen im Falle von Staatsbankrotten.


SiE haben es in der Hand, iHR Geld nur denen anzuvertrauen, wo SiE sicher sind, dass es zu iHREM Nutzen und Gewinn oder zur Absicherung für iHRE Altersvorsorge gewinnbringend angelegt wird. Darüber hinaus trägt ein investment in die Realwirtschaft dazu bei, Arbeitsplätze zu schaffen; oder anders ausgedrückt: Geld durch Geld (Finanzwirtschaft) ist Glücksspiel und wird in der Umgangssprache als banken-Casino bezeichnet. Darüber hinaus sind viele von banken und Versicherungen angebotene „Geldprodukte“ für den normalen bürger schon längst nicht mehr nachvollziehbar bzw. alles andere als transparent.


Die Geldpressen (EZb, FED) laufen bereits am Anschlag und drucken inzwischen nur noch virtuelles Geld um die laufenden Zinsen (keine Tilgung!) bedienen zu können, für welche SiE mit iHREM Ersparten bürgen! Und wenn es zum großen Knall kommt (Währungsreform) - was so sicher wie das Amen in der Kirche ist - wird iHR Erspartes weg sein.

Wenn SiE dem Staat das Geld entziehen, geht der Staat als auch die banken und damit einhergehend auch der bürger mit seinen „virtuellen“ Geldanlagen pleite (bankenrun light).

Krisengewinner nach dem „big bang“ werden diejenigen sein, welche auf SACHWERTE zurückgreifen können bzw. in diese investiert haben.

Dr. Berningers Videoblogglotzer

27.01.2011, 18:07 Uhr

Der von mir geschätzte Dr. berninger meint aktuell dazu:
http://www.youtube.com/user/jberni2

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