Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2010

13:53 Uhr

Zum Jahresende

Chinas Industrie macht Schlussspurt

Chinas Industrie hat die Produktion zum Jahresende so kräftig gesteigert wie seit Jahren nicht mehr. Deutschlands Exporteuren beschert der Außenhandel mit China zudem gegen den Trend ein kräftiges Umsatzplus.

China - die Industrieproduktion legt zu. Reuters

China - die Industrieproduktion legt zu.

HB PEKING/BERLIN. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC hervorgeht, stieg das chinesische Konjunkturbarometer für Dezember um 0,4 Zähler auf 56,1 Punkte. Das ist das höchste Niveau seit Beginn der Befragungen im April 2004. Experten sind zuversichtlich, dass sich das Barometer auch in den kommenden Monaten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern halten wird. „Die Exporte ziehen an, die privaten Investitionen erholen sich sichtlich und die Ausgaben der öffentlichen Hand bleiben robust“, sagte Ökonom Ting Lu von der Bank of America-Merrill Lynch.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hatte sich jüngst vorsichtig optimistisch über die Konjunkturperspektiven geäußert. Es sei jedoch noch zu früh, die staatlichen Stützen zurückzunehmen. Die staatlichen Investitionen und die Rekord-Kreditvergabe der Banken trieben das Wachstum bereits im abgelaufenen Jahr kräftig in die Höhe. Im dritten Quartal legte die Wirtschaftsleistung binnen Jahresfrist um 8,9 Prozent zu. Für 2010 rechnen chinesische Konjunkturforscher mit einem Plus von 9,5 Prozent.

Der Außenhandel mit China beschert Deutschlands Exporteuren gegen den Trend ein kräftiges Umsatzplus. Von Juli bis September lieferten die Firmen 14,5 Prozent mehr Waren in das asiatische Land als im dritten Quartal 2008, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Mit den fünf größten Handelspartnern Frankreich, USA, Niederlande, Großbritannien und Italien hingegen verbuchten die deutschen Unternehmen im gleichen Zeitraum starke Rückgänge von bis zu 31 Prozent. Die gesamten Exporte gingen im Quartal um 19 Prozent zurück.

Als Grund für das anziehende Geschäft mit China nennen Experten die kräftigen Konjunkturprogramme und die lockere Geldpolitik der Führung in Peking im Kampf gegen die Krise. „Das hat die Nachfrage aus China deutlich erhöht“, sagte Commerzbank-Expertin You-Na Park. Verbraucher hätten von Steuervergünstigungen auf Autokäufe und für Haushaltsgeräte profitiert. Von Januar bis September kletterten die deutschen Ausfuhren nach China binnen Jahresfrist um 2,6 Prozent, während die gesamten Exporte um 21,4 Prozent einbrachen.

„2010 sollte dieser fiskalpolitische Stimulus weitergehen, aber wohl nicht mehr so stark wie 2009 und in der zweiten Jahreshälfte langsam auslaufen“, sagte Park. Wie sich die Nachfrage aus China im nächsten Jahr entwickle, hänge vor allem von der Erholung der Weltwirtschaft ab.

Für das Rezessionsjahr 2009 rechnet der deutsche Exportverband BGA mit einem Umsatzminus von rund 18 Prozent – dem größten Einbruch in der Nachkriegszeit. Im laufenden Jahr setzen die Firmen auf ein Umsatzplus von bis zu zehn Prozent und hoffen dabei vor allem auf steigende Nachfrage aus Asien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×