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10.01.2005

09:41 Uhr

Zusätzliche Belastung für die Bundesbank – Hohe Abschreibungen auf Dollar-Positionen erforderlich

EZB schreibt Milliardenverlust

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 2004 einen Verlust in der Größenordnung von mindestens 1 Milliarde Euro gemacht. Das ergibt sich aus den Kursbewegungen an den Devisen- und Wertpapiermärkten und dem niedrigen Zinsniveau.

mak/doe FRANKFURT/BERLIN. Damit droht der Bundesbank, die an dem EZB-Verlust beteiligt ist, eine Belastung von 200 bis 270 Mill. Euro. Das Ergebnis der Bundesbank dürfte dadurch endgültig in die roten Zahlen rutschen. Die Kalkulation von Bundesfinanzminister Hans Eichel, der offiziell noch immer mit einer Überweisung aus Frankfurt von zwei Mrd. Euro rechnet, wäre Makulatur.

Ein Sprecher des Finanzministers lehnte eine Stellungnahme ab: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen.“ Die Bundesbank könne ihr Ergebnis nur selbst berechnen. Sie will es am 18. März veröffentlichen. Auch die EZB gab keine Stellungnahme ab.

Ausgangspunkt für eine Prognose des EZB-Verlusts ist der Jahresabschluss 2003. Bei Veränderungen der Kurse von Gold, Devisen und Wertpapieren muss die Zentralbank ihre Bestände neu bewerten. 2003 erforderte die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro hohe Wertberichtigungen. Die Rückstellungen für Währungsrisiken wurden zum Jahresende komplett aufgelöst. Die Ausgleichsposten aus Neubewertung von Devisen wurden praktisch geplündert. Der ausgewiesene Verlust reduzierte die Rücklagen auf 308 Mill. Euro.

Die Zinseinnahmen dürften 2004 bei 700 Mill. Euro liegen. Die Personal- und Sachaufwendungen schlagen mit rund 360 Mill. Euro zu Buche. Überschlägig gerechnet, verringern alle Aufwendungen, die über die Differenz dieser Beträge hinausgehen, das Ergebnis. Allein die Aufwertung des Euros gegenüber dem Dollar dürfte Abschreibungen von 1,6 Mrd. Euro erfordern. Insgesamt könnte der Verlust somit leicht die Grenze von einer oder gar 1,2 Mrd. Euro überschreiten.

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