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31.01.2011

11:15 Uhr

Zwei-Jahres-Hoch

Inflation im Euroraum immer bedrohlicher

Die Preisentwicklung in Europa setzt die Notenbanker immer stärker unter Druck. Nach Angaben der Statistiker von Eurostat ist die Inflation im Eurogebiet auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren geklettert.

Unter Druck: Die EZB in Frankfurt. Quelle: dpa

Unter Druck: Die EZB in Frankfurt.

HB LUXEMBURG. Im Januar betrug die jährliche Teuerungsrate 2,4 Prozent, das war so hoch wie seit Oktober 2008 nicht mehr, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Damals war ein Wert von 3,2 Prozent gemessen worden. Der Preisauftrieb in den Euro-Ländern beschleunigt sich seit Monaten und war im Januar 0,2 Punkte höher als im Dezember 2010. Nach Einschätzung von Volkswirten haben teurere Energie und Lebensmittel die Verbraucherpreise in die Höhe getrieben.

Somit verharrt die Inflation weiterhin deutlich über der wichtigen Marke von zwei Prozent. Darüber dürfte sich die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Ratssitzung an diesem Donnerstag besorgt zeigen. Die Währungshüter sehen nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent mittelfristig stabile Preise gewahrt.

Der Teuerungsschub erhöht den Druck auf die Notenbank, die Zinsen anzuheben. Volkswirte rechnen mit diesem Schritt aber frühestens zum Jahresende. Die EZB hält den Leitzins seit Mai 2009 wegen der Wirtschaftskrise auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Unmittelbarer Handlungsdruck entstehe nicht, „da die EZB gegen die derzeitigen Preistreiber Energie, Nahrungsmittel und Steuern mit ihrem Instrumentarium direkt nichts ausrichten kann“, schrieben die Volkswirte des Bankhaus Lampe.

In Deutschland hatten im Januar vor allem steigende Energiepreise die Teuerungsrate von 1,7 auf 1,9 Prozent nach oben getrieben. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für europäische Vergleichszwecke vom Bundesamt berechnet wird, stieg um 2,0 Prozent.

Seit sich das Schreckgespenst der Währungshüter, die Inflation, nach krisenbedingter zweijähriger Pause zurückgemeldet hat, ist in der Welt der Euro-Geldpolitik nichts mehr so wie es noch vor kurzem schien - erst recht, nachdem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet Mitte Januar mit einem Paukenschlag die Spekulationen auf eine frühere Zinserhöhung als bislang erwartet angeheizt hat.

Kommentare (2)

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azaziel

31.01.2011, 15:21 Uhr

Die EZb hat mit dem Kauf von Staatsanleihen nicht nur ein Tabu gebrochen, sondern auch bewiesen, dass die einzige Kompassnadel der politische Gehorsam ist. Zinserhoehungen bringen vor allem die Staatshaushalte in die bredouille und zwar nicht nur die der bereits voellig ueberschuldeten. in 2011 gibt es keine Zinserhoehung, nicht mal eine symbolische von 0,25%!

Rainer_J

31.01.2011, 22:58 Uhr

Der Chef der EZb ist ein Franzose. Wie kann man dann Währungsstabilität erwarten. Wenn es sein muss (Rettungsschirm soll bis zum bitteren Ende bestehen), werden die Geld drucken bis ihnen die Farbe oder das Papier ausgeht. Die Euro-Titanic hat ein riesen Leck und wird sinken. bloß sinkt ein Euro-Monster nicht in einer Sekunde. Und niemand weiß wie lange es dauern wird, aber eins ist sicher:

irgendwann ist das Euro-Schiff nicht mehr da!

Die einzige Frage die bleibt: Zahlt nur der deutsche Steuerzahler die Zeche oder auch die Gläubiger der PiiGS?


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