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30.08.2011

09:44 Uhr

Konrad Hummler im Interview

„Notenbanken haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt“

VonJörg Hackhausen

ExklusivKonrad Hummler, Chef der ältesten Schweizer Privatbank, fürchtet den Zusammenbruch des Geldsystems. Im Interview erklärt er, warum wir nicht an einem Schuldenschnitt vorbeikommen und wie sich Anleger positionieren sollten.

Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber von Wegelin & Co. Privatbankiers, fürchtet, dass die Geldpolitik ihre Glaubwürdigkeit verliert. Reuters

Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber von Wegelin & Co. Privatbankiers, fürchtet, dass die Geldpolitik ihre Glaubwürdigkeit verliert.

Herr Hummler, die Börsen sind abgestürzt. Angst vor Rezession kommt auf. Das alles fühlt sich an wie die Finanzkrise 2008. Woran liegt das?

Konrad Hummler: Wir erleben die Demaskierung eines Geldsystems, das den Pfad der Tugend längst verlassen hat. Geld sollte Spiegelbild des realen Lebens sein, es soll den Austausch von Waren oder die Wertaufbewahrung erleichtern. Ich fürchte, wir sind in eine Situation hineingeraten, in der Geld nur noch eine verselbständigte Entität ist, losgelöst von den realen Gegebenheiten.

Wo liegt das Problem?

Von den bedeutenden Notenbanken ist keine mehr politisch unabhängig, sie sind selbst zum Teil des politischen Systems geworden. Damit haben sie ihr wichtigstes Gut verspielt: Glaubwürdigkeit. Unser Geld basiert allein darauf. Wenn nicht mehr geglaubt werden kann, dass für einen Geldschein oder für ein Kontoguthaben oder für den Gegenwert einer Staatsobligation morgen, übermorgen oder in einem Jahr ein Kilo Brot, eine Arztrechnung oder ein Haus bezahlt werden können, dann ist das Geld wertlos.

Kann die Politik das Vertrauen wiederherstellen?

Ausgerechnet von denjenigen, die das Geldsystem unterhöhlen, den Politikern und Notenbankern, erwartet man die Stärkung oder Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit. Das ist aberwitzig. Die Politik schiebt die Probleme auf, verschleiert sie und überwälzt sie auf ein Publikum, das sich kaum wehren kann.

Wann ist der Pfad der Tugend verlassen worden?

1987 – mit dem Eintritt von Alan Greenspan in die Federal Reserve. Mit ihm begann die ultimative Ausweitung der Geldmenge. Seit Greenspan hat die US-Notenbank versucht, jeden realen Schock für die Realwirtschaft zu beheben, indem sie die Zinsen gesenkt oder mehr Geld gedruckt hat. Das war ein süßes Gift – mit beträchtlichen Nebenwirkungen.

Kommentare (21)

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DasBankWESEN

30.08.2011, 10:07 Uhr

• “Das moderne Bankwesen stellt Geld aus dem Nichts her. Der Vorgang ist vielleicht der verblüffendste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde.
Das Bankwesen wurde ersonnen im Frevel und geboren in Sünde.
Bankiers besitzen die Welt. Nimm sie ihnen und laß ihnen die Macht, Geld zu erschaffen, und mit einem Federstrich werden sie genug Geld haben, um sie wieder zurückzukaufen…. Nimm ihnen die Macht, und alle großen Vermögen wie meines werden verschwinden, und sie sollten verschwinden, denn so wäre dies eine bessere und fröhlichere Welt.
Aber wenn du weiterhin Sklave der Banken sein willst, und den Preis deiner eigenen Versklavung bezahlen willst, dann lasse die Bankiers weiter Geld erschaffen und Kredite kontrollieren.”
(Sir Josiah Stamp, Direktor der Bank of England, 1928-1941)

Die Lösung geht durch honorieren ehrlicher Arbeit und schaffung eines Wertespeichers die die Mühen der Leute "währt". Es steht auf den scheingeldern von heute (Geldschein offiziell) nicht was sie "währen" (Währung)".
Dazu gehört die Abschaffung des fractional reserve systems: d.h Banken dürfen nur soviel Geld leihen wie sie Anlagen gesammelt haben und nicht ein vielfaches. (Blasenbildung verhinderung)
Einführung des Goldstandardes damit der Wert von Ersparnissen gewährt bleibt, unter anderem Gold und Silbermünzen wieder als Zahlungsmittel wie es gerade in 10 US Bundesstaaten eingeführt worden ist und in der US Verfassung angegeben ist legalisieren. Den Eigenhandel (Investbanking Casino) verbieten.

Alkoholkranker

30.08.2011, 10:10 Uhr

Wir sind wie ein Alkoholkranker. Der bekommt qualvolle Entzugserscheinungen, wenn man ihm den Alkohol entzieht. Würden die Zentralbanken die Zinsen stark erhöhen und die Geldschöpfung plötzlich bremsen, würde es uns ähnlich ergehen. Das System würde kollabieren. Deshalb sieht sich die Zentralbank gezwungen, immer mehr Geld bereitzustellen. Das aber macht das System noch krisenanfälliger. Ein Teufelskreis. Es werden sich weitere Blasen bilden, die irgendwann platzen und großen Schaden anrichten.Uns muss klar sein, dass viele Werte am Finanzmarkt fiktiv sind. Es sind Luftbuchungen, die an den Märkten gehandelt werden, die aber keinen realen Gegenwert besitzen. Wenn das Geld plötzlich weg ist, staunen die Leute: Wer hat denn jetzt mein Geld? Die Antwort ist: niemand. Es war ja nie wirklich da.
Hier sich beschweren und dann alles in Euro anlegen grenzt an Schwachsinn.

GuterRatistnichtteuer

30.08.2011, 10:43 Uhr

Hallo zusammen,

jeder Autor und Leser sollte dringend folgendes Buch lesen,
falls noch nicht geschehen (anscheinend hat Hr. Hummeler es getan und verstanden!!!):

3-tlg.- Sammelband
Vom Gelde, Valuta, Wàhrungsnot -
Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn (Argentarius 1921,1923).
Neuauflage 2010 vom basis-Verlag , Handewitt.

Dort wird Geldpolitik/.Theorie, VWL und BWL und Politik simpel und
verständlich erklärt.

Nur ein Teil der Banken hatte damals Mitschuld und nur ein Teil der
Banken hat heute Mitschuld.

Die Hauptschuld damals traf blinde Ökonomen und "irre" Politiker sowie
Volksverhetzer, genauso wie heute.

Und damals wie heute wurden/werden z.B. die berechtigten
Reperationszahlungen nach Weltkrieg I und II von genau den blinden
Ökonomen, möchtegern Medienstars wie Herr. G vom "rechten"
Klopp-Verlag und "irren" Politikern als schädlich und immer noch als
Schaden für D und D-Bürger enteignend dargestellt,missbraucht und
thematisiert. War es nicht ganz anders? Die Billig-Waren haben D sogar
geholfen die Zahlungen in Geld=Ware,Dienstleistungen,Kredit zu tilgen.

Das Falsch-Gelddrucken war damals die Schande, welches den Vebrecher Hitler und die
Politik nach vorne brachte und in den USA und vielen anderen Teilen
der Welt sieht es wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch heute
erschreckend ähnlich aus.

Lesen sie,das Buch, dann werden sie alle bestimmt verstehen
wer damals und heute Schuld an den Krisen der Bürger hatte. Es waren
nicht die meisten Banken/Juden, sondern vielmehr die
Radfahrer der Krise (im Buch genau beschrieben), welche geräubert,
geplündert und enteignet haben.

"I trust in god".

Herzliche Grüße,

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