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11.10.2013

18:13 Uhr

Koordination der Geldpolitik

Weidmann widerspricht IWF-Chefin Lagarde

VonDonata Riedel

IWF-Chefin Christine Lagarde will mehr Koordination der Notenbanken beim Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes. Bundesbankpräsident Weidmann ist jedoch strikt gegen eine Absprache der nationalen Währungshüter.

Weidmann geht auf Konfrontationskurs mit dem IWF. AFP

Weidmann geht auf Konfrontationskurs mit dem IWF.

WashingtonIWF-Chefin Christine Lagarde hat den Unmut von Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf sich gezogen. Der Grund: Lagarde dringt während des IWF-Jahrestreffens der Finanzminister und Notenbankchefs von 188 Ländern darauf, dass sich die Notenbanken stärker abstimmen, wenn sie nach der langen Niedrigzinsphase die Zinsen wieder anheben wollen.

„Das kann nicht bedeuten, dass die Notenbanken sich untereinander zu einer bestimmten Geldpolitik verpflichten. Denn jede Notenbank muss ihr eigenes Mandat erfüllen – und das heißt in der Regel, Preisstabilität im eigenen Währungsraum gewährleisten“, sagte Weidmann. „Die grenzüberschreitenden Auswirkungen geldpolitischer Entscheidungen gilt es dabei in dem Maße zu berücksichtigen, wie sie Folgen für die heimische Preisentwicklung haben“, sagte er.

Lagarde sieht dagegen bei einem unkoordinierten Vorgehen der Notenbanken das Problem neuer Unsicherheiten an den Finanzmärkten und heftiger Reaktionen im Weltfinanzsystem. Anlass ihrer Warnung ist, dass im Sommer allein die Ankündigung der US-Notenbank Fed, demnächst aus der Politik des billigen Geldes aussteigen zu wollen, eine Kapitalflucht in den Schwellenländern auslöste.

Die Folge: In Lateinamerika und Asien schwächte sich das Wachstum deutlich ab. „Wir hoffen, dass die Fed jetzt sehr vorsichtig vorgehen wird“, sagte Lagarde. Und: „Ein koordiniertes Vorgehen der Notenbanken ist wünschenswert.“ Nur so könnten Nebenwirkungen in Drittstaaten vermieden werden.

In dieser Aufforderung sieht Weidmann einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbanken. „Ich bin überzeugt: Preisstabilität lässt sich zuverlässig gewährleisten, wenn jede Notenbank sich darauf konzentriert, diese in ihrem Heimatland zu erreichen“, sagte er. Bei dem Thema Zusammenarbeit komme es darauf an, was man unter internationaler Koordination verstehe.

„Selbstverständlich tauschen Notenbanken regelmäßig Informationen aus, um möglichst gut zu verstehen, wie ihre Maßnahmen auf andere Volkswirtschaften wirken. Das ist eine lange geübte Praxis. Das kann aber nicht bedeuten, dass die Notenbanken sich untereinander absprechen“, sagte der Bundesbankchef.

Wenn es zu Verwerfungen in Drittstaaten komme, dann müssten deren Politiker handeln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Auch zeitweilige Kapitalverkehrskontrollen der Schwellenländer schloss Weidmann dabei nicht aus.

Kommentare (17)

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Observer

11.10.2013, 18:32 Uhr

So richtig zu trauen ist in diesem PolitFinanz Sumpf ja wirklich niemanden!
Doch die Stimme von Weizmann kommt wenigstens manchmal bei den Systemmedien noch durch und was da durch kommt, ist immer wieder erstaunlich und unterstuetzt und bestaetigt all das was die hier als Verschwoerungstheoretiker verunglimpften aber nuechtern denkenden und meist mit Kompetens ausgestattet (die den Akteuren gaenzlich abgeht) Menschen ueber das netz verteilen muessen und dort noch haeufig blockiert und massiv behindert werden!
Realistisch ist, dass die Realitaet noch sehr sehr weit ueber das hinausgeht, was die duestersten Prognosen nur andeuten!
Doch niemand sollte auf einen schnellen Chrash warten, der wird nicht stattfinden und wenn, dann unter Ausschluss der Oeffentlichkeit! Wie?
Indem ganz einfach das bargeld abgeschafft wird, dann ist jede Oposition und jede Demonstration voellig nutzlos!

atinak

11.10.2013, 18:54 Uhr


Was für fatale Flurschäden ignorante Politiker anrichten, die von Wirtschaft und Finanzmärkten keine Ahnung haben und die weitreichenden Folgen ihrer Schritte nicht abzuschätzen wissen, sieht man nicht nur der allein auf ihren eigenen Machterhalt fixierten Frau Merkel (von Rot-Grün ganz zu schweigen), sondern auch an Frau Lagarde, die als Juristin einer wilden Regulierungswut frönt, ohne auch nur über rudimentäre Wirtschafts- und Finanzkenntnisse zu verfügen. Ich habe allmählich keine Lust mehr, mich weiter von diesen an Selbstüberschätzung leidenden, beratungs- und kritikresistenten Typen regieren zu lassen. Weidmann for Bundeskanzler!

SeuteDeern

11.10.2013, 19:27 Uhr

Ja, Christinchen hat wohl mal wieder zu lange auf der Sonnenbank gebrutzelt, da kann so was schon mal passieren. Aber dafür haben wir ja den bissigen Weidmann, der wird wohl in diesem Augiasstall für Ordnung sorgen.

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