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10.10.2013

06:52 Uhr

Künftige Fed-Chefin Yellen

Die Surferin auf der Dollar-Welle

VonNils Rüdel

Nullzins, milliardenschwere Anleihekäufe: Die künftige Fed-Chefin Janet Yellen ist eine Verfechterin der Politik des billigen Geldes. Nun muss ausgerechnet sie die US-Notenbank in die Normalität zurückführen.

Die Neue, der Chef und der Alte: Janet Yellen mit Präsident Obama und dem scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke. AFP

Die Neue, der Chef und der Alte: Janet Yellen mit Präsident Obama und dem scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke.

WashingtonFast ist es schon eine kleine Sensation: Es bewegt sich etwas im vom Haushaltsstreit lahmgelegten Washington. US-Präsident Barack Obama hat am Mittwoch die Nachfolgerin für die Spitze der Notenbank Fed präsentiert, Janet Yellen. Und es sieht nicht danach aus, als würden die oppositionellen Republikaner seinen Vorschlag umgehend und geschlossen ablehnen wie sonst so ziemlich alles, was aus dem Weißen Haus kommt.

Die bisherige Fed-Vizechefin soll also, wenn der Senat zustimmt, Ende Januar den seit 2006 amtierenden Ben Bernanke beerben. Immerhin diese Gewissheit haben die Märkte nun, die ansonsten verunsichert beobachten, wie sich der Stellungskrieg zwischen Demokraten und Republikanern entwickelt.

Denn zudem müssen sie die ungeheuerliche Möglichkeit einpreisen, dass die USA zum ersten Mal in ihrer Geschichte zahlungsunfähig werden könnten. Es sind stürmische Zeiten, in die die Personalie Yellen fällt – doch die stürmischsten Zeiten hat die 67-jährige Ökonomin wohl erst noch vor sich.

Biographisches über Janet Yellen

Alter

Janet Yellen ist 67 Jahre alt, geboren wurde sie am 3. August 1946.

Geburtsort

Yellen stammt aus Brooklyn, New York.

Ausbildung

Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

Erfahrung

Seit 2010 stellvertretende Präsidentin der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

Familie

Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Die Erwartungen an die erfahrene Notenbankerin und hoch geschätzte Volkswirtin sind klar: Irgendwann wird sie die milliardenschweren Programme, mit denen die Fed seit Jahren die Wirtschaft stützt, zurückfahren müssen. Entscheiden müssen, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Ausgerechnet Yellen, eine so genannte „Taube“ – also eine Verfechterin der lockeren Geldpolitik –, die sich eher um die Arbeitslosigkeit sorgt als um die Preisstabilität. Laut ihrem Statut muss die Fed beides im Auge behalten. Doch Yellen gilt als noch entschlossener als Bernanke, alle denkbaren Mittel einzusetzen, um Menschen wieder in Jobs zu bringen. Eine Art Turbo-Bernanke, ganz nach dem Politikverständnis Obamas.

Noch-Fed-Chef Bernanke hatte den Leitzins auf nahe null gesenkt und ihn an die Entwicklung der Arbeitslosenquote gekoppelt. Gleichzeitig vervierfachte die Fed ihre Bilanzsumme binnen weniger Jahre auf fast vier Billionen Dollar. Jeden Monat kauft sie Staats- und Immobilienpapiere im Wert von 85 Milliarden Dollar auf, um langfristig die Zinsen zu senken und damit Investitionen zu fördern.

Allesamt Maßnahmen, die Yellen unterstützt, mitverantwortet und wohl zum Teil selbst erdacht hat. Wie viel sie jedoch gebracht haben und ob sie das Risiko von Inflation und Blasenbildung wert waren, ist umstritten. Eine Depression wurde verhindert, doch das Wachstum in den USA ist weiterhin mäßig, die Arbeitslosigkeit hoch und die Staatsverschuldung explodiert.

Kommentare (9)

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Frank3

10.10.2013, 07:13 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.10.2013, 08:47 Uhr

Was soll sie denn sonst machen? Würde das Geld teurer werden, wären die Amis sofort pleite. Die Erhöhung des Zinses um nur einen Prozentpunkt kostet etliche Mrd jährlich, die sie sich auch bloß borgen müßten. Die "Auserwählte" hat also gar keine andere Wahl....

eddie

10.10.2013, 09:36 Uhr

Eine lammfromme Marionette ist Sie

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