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09.04.2013

16:21 Uhr

Kursrückgang droht

Auch Optimisten sichern jetzt Aktiengewinne

Investment-Experten rechnen mit Kursverlusten in den kommenden Monaten. Das zweite Quartal war in den letzten Jahren traditionell schwach – vor allem bei konjunktursensiblen Aktien. Die Gewinne könnten bald wegbrechen.

Analysten empfehlen vor dem traditionell schwachen zweiten Quartal auch mal Gewinne mitzunehmen. dpa

Analysten empfehlen vor dem traditionell schwachen zweiten Quartal auch mal Gewinne mitzunehmen.

London/New YorkSogar die Optimisten unter den Anlegern bemühen sich derzeit Gewinne bei Aktien zu sichern. Nachdem die Marktkapitalisierung von US-Aktien um 10 Billionen Dollar gestiegen ist, gehen die Investoren davon aus, dass der erste Gewinnrückgang der Unternehmen seit 2009 zu Kursverlusten im traditionell schwachen zweiten Quartal führen wird.

BlackRock Investment-Manager Russ Koesterich und Valentijn Van Nieuwenhuijzen von ING sehen steigende Risiken für die nächsten Monate. Seit 2010 haben Aktien im zweiten Quartal durchschnittlich 5,2 Prozent verloren, wie Bloomberg-Daten zeigen. Koesterich hat Titel von kleineren Unternehmen abgestoßen, weil er befürchtet, dass die US-Volkswirtschaft nicht schnell genug wächst. Van Nieuwenhuijzen wartet mit neuen Aktienkäufen erst einmal ab.

Nach Börsenschluss in den USA hat Alcoa am Montagabend die Berichtssaison in den USA eingeläutet. Der Aluminiumproduzent steigerte den Gewinn je Aktie von neun US-Cent auf 13 US-Cent und lag damit über den Prognosen der Analysten. Insgesamt rechnen die Experten für die Unternehmen im Benchmarkindex S&P 500 allerdings mit einem Gewinnrückgang von 1,8 Prozent für das erste Quartal, wie mehr als 11.000 Analystenschätzungen zeigen, die Bloomberg zusammengestellt hat.

Die Erwartung von sinkenden Unternehmensgewinnen, einem schwachen Wirtschaftswachstum und die früheren Kursverluste im zweiten Quartal haben die Anleger vorsichtig werden lassen. Nachdem der S&P 500 ein Rekordhoch erreicht hat, suchen sie nach Möglichkeiten, Verluste einzugrenzen.

Schaffen diese Aktien den Turnaround? (International)

KPN

Kursveränderung 12 Monate: -65,11 Prozent
Börsenwert: 4,25 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 4,1 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,07
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 6,48

Telecom Italia

Kursveränderung 12 Monate: -32,89 Prozent
Börsenwert: 11,60 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 3,22 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,44
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 5,15

Garmin

Kursveränderung 12 Monate: -29,80 Prozent
Börsenwert: 5,33 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 5,43 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,91
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 14,22

Netapp

Kursveränderung 12 Monate: -26,62 Prozent
Börsenwert: 9,37 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 0,0 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 2,39
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 13,58

Intel

Kursveränderung 12 Monate: -24,25 Prozent
Börsenwert: 80,86 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 4,24 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,81
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 10,69

Alcoa

Kursveränderung 12 Monate: -17,72 Prozent
Börsenwert: 7,04 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 1,42 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,67
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 12,9

Caterpillar

Kursveränderung 12 Monate: -20,34 Prozent
Börsenwert: 44,12 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 2,38 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 2,63
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 10,37

GDF Suez

Kursveränderung 12 Monate: -23,10 Prozent
Börsenwert: 37,87 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 9,56 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,56
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 11,19

France Télékom

Kursveränderung 12 Monate: -26,57 Prozent
Börsenwert: 22,45 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 9,22 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,85
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 7,81

Erschwert wird dies durch die Rally bei Pharmaherstellern und Versorgern im ersten Quartal, die die Bewertungen für diese als defensiv geltenden Branchen auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben haben.

„Es gibt derzeit ein höheres Risiko für eine Korrektur“, erklärt Koesterich, Chef-Investmentstratege des Vermögensverwalters BlackRock. „Die Teile des Marktes, die sich am besten entwickelt haben, die defensiven, sind sehr teuer geworden“, erläutert er. „Diese Rally unterscheidet sich sehr von dem, was die Anleger gewohnt sind.“

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Der S&P 500 gab in der vergangenen Woche ein Prozent nach auf 1553,28 Punkte und verzeichnete damit den größten Wochenverlust seit Jahresbeginn. Vor allem die Arbeitsmarktdaten waren schlechter ausgefallen als erwartet. Am Montag schloss der Benchmarkindex 0,6 Prozent höher bei 1563,07 Punkten.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.04.2013, 17:51 Uhr

jetzt???
aktien habe ich bei 8040 points realisiert,
seit dem heavily short auf dax & nikkei.

schön blöd, wenn du dem medialen aufgebausche des handelsblatts und deren mit praktikanten besetzten redaktion gefolgt bist.

herrlich

gast

09.04.2013, 18:00 Uhr

was ist daran herrlich, wenn seit diesem Zeitpunkt der Nikkei mehr gewonnen als der Dax verloren hat??!!

Socke

09.04.2013, 18:13 Uhr

Aha, der Kontraindikator ist wieder da! Dieses Jahr also besser nach der Dividende die Aktien halten, weil sonst galoppiert der Preis evtl. davon? Bin schon sehr gespannt wann die reale Geld-Inflation auf die Aktien überschwappt...

Nach der Dividendenwelle sind wir wohl eh schon bei 8400.

Übrigens, amerikanische Aktien realisierte man bei 1,27 Wechselkurs, nicht erst bei wieder über 1,30. Ab 1,33 oder mehr kauft man dann wieder nach, um für den Fall gewappnet zu sein, dass die hiesige Politik den nächsten Mist baut (Wahrscheinlichkeit 0,5+).

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