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12.09.2016

23:17 Uhr

Lael Brainard

Fed-Gouverneurin warnt vor Zinserhöhung

Lael Brainard hat der Diskussion um eine US-Zinserhöhung eine skeptische Note verliehen. Am Montag zählte die Fed-Vertreterin auf, was noch fehle, um die lockere Geldpolitik zu beenden. Die Börsen reagierten positiv.

Lael Brainard bei einer Konferenz in Washington im Juni 2016. Als US-Notenbank-Mitglied schaut sie unter anderem auf Arbeitsmarktdaten, die am Montag veröffentlicht worden waren. AP

Lael Brainard

Lael Brainard bei einer Konferenz in Washington im Juni 2016. Als US-Notenbank-Mitglied schaut sie unter anderem auf Arbeitsmarktdaten, die am Montag veröffentlicht worden waren.

ChicagoNeue Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve haben die Annahme gestützt, dass eine US-Zinserhöhung noch in diesem Monat unwahrscheinlich sein dürfte. Die einflussreiche Notenbankdirektorin Lael Brainard warnte vor einem zu frühen Ende der lockeren Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft.

Anders als viele Experten meinten, könnte der Arbeitsmarkt die Vollbeschäftigung noch nicht erreicht haben, sagte sie am Montag. Daher erscheine eine Straffung der Geldpolitik weniger zwingend. Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 20. und 21. September noch stillhält und frühestens im Dezember die Zinsen anheben wird.

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Brainard sagte, sie wolle noch einen stärkeren Aufwärtstrend bei den Konsumausgaben sehen. Auch bleibe der Druck auf die Inflation durch die Erholung des Arbeitsmarktes noch aus. Die Hoffnung der Fed, dass über höhere Löhne auch die Preise steigen, sei bislang nicht erfüllt.

Brainard gehört zu den Notenbankern, die einer Zinserhöhung von jeher zögerlich gegenüberstehen. Zur nächsten Zinsentscheidung der Fed äußerte sie sich nicht. Auch der Chef des Fed-Bezirks von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte dem Fernsehsender CNBC, dass er eine geldpolitische Straffung nicht als besonders dringlich ansehe.

Brainards Äußerungen sorgten dafür, dass die US-Börsen nach anfänglichen Verlusten ins Plus drehten. Zuvor hatte noch die Furcht vor einem baldigen Ende des billigen Geldes die US-Anleger in die Flucht getrieben.

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Für die mächtige Fed-Chefin geht es in den kommenden Wochen um viel mehr als nur die Frage: Zinsen erhöhen oder nicht. Die anstehende Präsidentschaftswahl birgt große Risiken – und schränkt ihre Handlungsfähigkeit ein.

Zuletzt wurden die Stimmen aus der Notenbank für ein Anziehen der Zinsen lauter, wobei der Zeitpunkt dafür allerdings offen blieb. Das Thema Zinserhöhung muss nach Ansicht von US-Währungshüter Dennis Lockhart aber auf der anstehenden Notenbanksitzung kommende Woche zur Sprache kommen. "Ich denke die Umstände erfordern eine lebhafte Debatte", sagte der Chef des Notenbank-Ablegers von Atlanta.

Entgegen eher skeptischen Kollegen im Fed-Führungskreis sei er der Ansicht, dass die Wirtschaft weiter brumme und nicht, dass ihr die Puste ausgehe. Anders als Brainard ist Lockhart aber derzeit in dieser Frage nicht stimmberechtigt.

Im Dezember 2015 hatte die Fed erstmals seit fast zehn Jahren den Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld wieder angehoben. Seitdem liegt er in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Von

rtr

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