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27.11.2015

13:57 Uhr

Lars Thomsen zur Geldanlage

„Die nächste Krise wird keine der Banken sein“

VonIngo Narat

Der prominente Zukunftsforscher Lars Thomsen kennt die Trends der Zukunft. Im Interview spricht er darüber, welche Chance medizinische Revolution, denkende Autos und Robotik privaten Geldanleger bieten.

Der Zukunftsforscher sieht einige Märkte, die für langfristig orientierte Anleger interessant sein sollten. Bert Bostelmann/Bildfolio

Lars Thomsen

Der Zukunftsforscher sieht einige Märkte, die für langfristig orientierte Anleger interessant sein sollten.

Lars Thomsen ist begeistert von seinen Themen. Beim Gespräch in Frankfurt breitet der Berater und Gründer des Think Tanks „Future Matters“ seine Vision der Welt von Morgen aus. Er erkennt eine technologische Umwälzung, die das Leben der Menschen umkrempeln wird. Hier können Anleger seiner Meinung nach Geld verdienen.

Herr Thomsen, wie wird man Zukunftsforscher?
Eine recht große Zahl von Historikern erforscht die Vergangenheit. Aber viel weniger blicken in die andere Richtung. Mich hat schon in der Schule gestört, dass wir uns zwar mit Geschichte beschäftigten, aber nicht mit der Zukunft, denn die erschien mir wesentlich spannender.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Bei Zukunft fällt uns Science Fiction ein. Haben Sie Jules Verne gelesen?
Nie komplett. Aber er war ein Zukunftsdenker. Zukunft hat viel mit Vorstellungskraft zu tun.

Was wird die größte Veränderung sein?
Wir Menschen müssen heute viele Routinearbeiten machen. Das werden künftig Maschinen übernehmen.

Ein Zukunftsbereich ist Pharma, ist Biotechnologie. Gibt es hier einen großen Schub?
Ja, denn es kommt noch eine neue Form der Medizin hinzu. Die wird die Behandlungsmethoden verändern. Heute dominieren zwei Ansätze: Entweder chirurgisch, wir schneiden in den Körper, oder medikamentös, indem wir Chemikalien in den Körper kippen. Jetzt entsteht gerade eine weitere Methode: die medizinische Genetik, die in die Erbinformationen eingreift.

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