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24.02.2015

14:32 Uhr

Leitzins gesenkt

Türkische Notenbank erhört Erdogans Rufe

Präsident Erdogan hatte den hohen Leitzins gerügt, Ministerpräsident Davotoglu lautstark eine Senkung gefordert. Jetzt reagiert die türkische Zentralbank. Denn die Inflationsrate ist weiterhin hoch.

Das Zentralbankgeld wird billiger, nachdem der Staatschef der Türkei die Notenbanker mehrfach zur Leitzinssenkung aufgerufen hatte. ap

Der türkische Präsident Erdogan

Das Zentralbankgeld wird billiger, nachdem der Staatschef der Türkei die Notenbanker mehrfach zur Leitzinssenkung aufgerufen hatte.

IstanbulUnter wachsendem Druck der Politik hat die türkische Zentralbank den Leitzins weiter gesenkt. Sie kappte den Schlüsselsatz zur Versorgung des Bankensystems mit Geld am Dienstag um einen Viertelprozentpunkt auf 7,5 Prozent. Die meisten Experten hatten mit einer Senkung gerechnet.

Die Notenbank sprach von einem maßvollen Schritt. Sie werde weiterhin einen vorsichtigen geldpolitischen Kurs fahren, bis sich die Aussichten auf stabile Preise deutlich verbesserten. Die Inflationsrate lag zuletzt bei 7,24 Prozent und damit nicht mehr ganz so hoch wie Ende 2014, als noch eine Acht vor dem Komma stand.

Notenbanken lockern ihre Geldpolitik

Kampf gegen fallende Preise

Der Kampf gegen einen gefährlichen Abwärtssog aus fallenden Preisen und schrumpfenden Investitionen hat in diesem Jahr weltweit bereits 20 Notenbanken auf den Plan gerufen. Es folgt ein Überblick über ihre Schritte 2015.

Australien

3. Februar:
Die australische Zentralbank RBA senkt den Leitzins auf ein Rekordtief. Der Schlüsselzins liegt damit nun bei 2,25 Prozent. Mit dem Schritt wollen die Währungshüter unter anderem die Konjunktur ankurbeln.

China

4. Februar:
Die Zentralbank von China kündigt an, dass die Finanzinstitute künftig nicht mehr so viel Kapital als Mindestreserve bereithalten müssen. Damit will sie für mehr Liquidität im Finanzkreislauf der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft sorgen und die Kreditvergabe anschieben.

Dänemark

5. Februar/29. Januar/22. Januar/19. Januar:
Die dänische Zentralbank setzt vier Mal innerhalb weniger als drei Wochen ihre Leitzinsen herab. Sie interveniert zudem regelmäßig am Devisenmarkt, um die Koppelung der Krone an den Euro zu verteidigen.

EZB

22. Januar:
Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigt eines der bislang größten Anleihe-Kaufprogramme aller Zeiten an. Insgesamt wollen die Währungshüter Staatsbonds sowie andere Wertpapiere im Volumen von 1,14 Billionen Euro erwerben. Mit den Käufen soll im März begonnen werden.

Indien

15. Januar:
Die indische Notenbank setzt den Leitzins um 0,25 Punkte auf 7,75 Prozent nach unten und deutet mögliche weitere Senkungen an. Die Wirtschaft des Landes durchläuft derzeit eine Phase schwachen Wachstums.

Indonesien

17. Februar:
Die Zentralbank von Indonesien setzt überraschend die Zinsen um 0,25 Punkte auf 7,5 Prozent herab. Es ist die erste Senkung seit drei Jahren. Volkswirte hatten dies nicht erwartet.

Israel

23. Februar:
Die Bank von Israel kappt ihren Leitzins auf 0,1 von bislang 0,25 Prozent. Es ist die erste Senkung seit sechs Monaten. Hintergrund ist unter anderem der Kampf gegen Deflationsgefahren und die Aufwertung der Landeswährung Schekel.

Russland

30. Januar:
Russlands Notenbank kappt den Schlüsselzins für die Versorgung der Banken mit Geld auf 15 von 17 Prozent. Das ist eine scharfe Kehrtwende, da die Notenbank 2014 die Zinszügel erst kräftig angezogen hatte. Die westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und der Ölpreisverfall haben eine Kapitalflucht aus Russland ausgelöst und den Rubel auf Talfahrt geschickt.

Schweden

12. Februar:
Schwedens Zentralbank senkt ihren Leitzins für Wertpapier-Rückkaufgeschäfte mit den Geschäftsbanken - den sogenannten Repo-Satz - auf minus 0,1 Prozent von zuvor null Prozent. Zugleich kündigt sie an, für zehn Milliarden Kronen Staatsanleihen zu kaufen.

Schweiz

15. Januar:
Die Schweizer Notenbank (SNB) vollzieht eine radikale Kehrtwende und schafft den Mindestkurs des Franken zum Euro ab. Die Währungshüter begründen ihre überraschende Entscheidung mit dem immer stärker werdenden Dollar und dem anhaltend fallenden Euro. Gleichzeitig wird der Strafzins auf Einlagen von Banken bei der Notenbank auf 0,75 Prozent von 0,25 Prozent angehoben.

Türkei

24. Februar/20. Januar:
Die Zentralbank der Türkei senkt ihren Schlüsselzins in zwei Schritten um insgesamt 0,75 Punkte auf 7,5 Prozent. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu forderte nach der zweiten Zinslockerung die Notenbank auf, noch größere Schritte einzuleiten, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Die Zentralbank in der Türkei ist unabhängig. Doch die politische Führung des Schwellenlandes hat im Vorfeld der im Juni anstehenden Parlamentswahlen den Druck auf die Währungshüter verstärkt, die maue Wirtschaft mit Zinssenkungen anzukurbeln.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu legte nun nach: Bei einem Besuch in Budapest forderte er die Zentralbank zu „größeren Zinssenkungen“ auf. Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Zentralbank mehrfach wegen des seiner Ansicht nach viel zu hohen Leitzinses gerügt. Durch billigeres Zentralbankgeld sollten mehr Investitionen ermöglicht und Arbeitsplätze geschaffen werden, mahnte der Staatschef.

Von

rtr

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