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20.11.2013

08:17 Uhr

Lockere Geldpolitik

Permira-Chef warnt vor günstigen Krediten

Die Geldschleusen der Fed sind weit geöffnet und viele Investoren nehmen günstig Kredite auf. Doch Kurt Björklund vom Private-Equity-Unternehmen Permira warnt: Nur weil es geht, muss man es nicht machen.

Firmenlogo der Beteiligungsberatungsgesellschaft Permira: „Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun“ dpa

Firmenlogo der Beteiligungsberatungsgesellschaft Permira: „Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun“

LondonFinanzinvestoren sollten sich nach Einschätzung der europäischen Branchengröße Permira nicht von den günstigen Kreditkonditionen blenden lassen. „Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun“, sagte Co-Chef Kurt Björklund. Das günstige Marktumfeld verlange ein großes Maß an Disziplin, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Permira ist eine der größten europäischen Beteiligungsgesellschaften, die Konzerne wie Hugo Boss und ProSieben.Sat1 in ihrem Portfolio hat.

Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken haben zuletzt Spuren im Geschäft der Finanzinvestoren hinterlassen: Weil Kredite so günstig zu bekommen sind, häufen die Beteiligungsgesellschaften bei großen Abschlüssen und den Unternehmen unter ihrem Einfluss immer höhere Schulden an.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Erst am Montag hatte US-Großinvestor Carl Icahn auch mit Blick auf die Niedrigzinsphase vor einem Absturz der Aktienmärkte gewarnt. Die Gewinne vieler Unternehmen würden mehr durch die niedrigen Kreditzinsen befeuert als durch die Strategie des Managements, sagte der Milliardär bei einer Reuters-Veranstaltung.

Von

rtr

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