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23.08.2015

14:11 Uhr

Luxus-Kreditkarten

Was Milliardäre an der Kasse zücken

VonJulia Löffelholz

Eine goldene oder silberne Kreditkarte – aus echtem Plastik? Darüber können die Reichen wohl nur lachen. Sie benutzen Karten aus Titan, Palladium oder purem Gold. Das Bezahlen selbst ist dabei Nebensache.

Pressefoto

Luxus-Kreditkarte von American Express

FrankfurtWer das nötige Kleingeld hat, muss längst nicht mehr mit „Plastik” zahlen. Fast alle großen Kreditkartenanbieter haben mittlerweile Luxuskreditkarten im Angebot. Diese bieten den Kunden Zusatzleistungen, die von Versicherungen über Beratungsleistungen bis hin zu einem persönlichen Concierge-Service reichen, der Partys und Reisen organisiert oder Yachten chartert. Bezahlen und Geldabheben ist bei diesen Kreditkarten fast schon Nebensache.

Doch längst nicht jeder kommt in den Genuss einer solchen Karte. Sie werden nur in begrenzter Auflage hergestellt und von den Anbietern an ausgewählte Kunden verteilt. Hauptkriterium: Großes Vermögen. Ein Überblick zeigt, welche Karten derzeit auf dem Markt sind:

American Express Centurion

Die American Express Centurion ist die wohl bekannteste Luxuskreditkarte der Welt. Die sogenannte „Black Card“ ist schon seit der Jahrtausendwende in den Portemonnaies der oberen Zehntausend zu finden – Gerüchten zufolge auch in denen von Prominenten wie Kanye West, Jay Z und Eva Longoria.

Wer eine Centurion-Karte haben möchte, kann sie nicht einfach beantragen. Nötig ist eine Einladung von der American Express-Geschäftsführung persönlich. Voraussetzung: Jährliche Kartenumsätze im sechsstelligen Bereich und eine langjährige Mitgliedschaft bei American Express. Angaben dazu, wie viele Menschen genau die Centurion-Karte besitzen, macht das Unternehmen nicht. „Die Zahl bewegt sich in Deutschland im vierstelligen Bereich“, sagt Jürgen Maier, Chef der Abteilung Travel & Lifestyle Services bei American Express. „Zu den Besitzern der Karte gehören vor allem Menschen, die geschäftlich und privat viel unterwegs sind.“

Die Karte umfasst viele Zusatzleistungen. Auch eine Hole-in-One Versicherung gehört dazu. Sie kommt bei Golfspielern für die Runde auf, die traditionell nach einem Hole-in-One – dem Einlochen mit dem ersten Schlag – den Mitspielern ausgegeben werden muss.

Die häufigsten Extras bei Luxuskreditkarten

Concierge-Service:

Ein Rund-um-die-Uhr-Service übernimmt für die Kunden so manche Alltagsdinge, zum Beispiel eine Tischreservierung im Restaurant, die Organisation einer Reise oder Teilnahme an einer exklusiven Veranstaltung.

Versicherungspaket

Wer eine Kreditkarte der Luxusklasse besitzt, ist automatisch gegen vieles versichert. Neben Kranken-und Lebensversicherungen beinhalten die umfangreichen Versicherungspakete zum Teil auch ausgefallene Versicherungen, wie eine Hole-in-One-Versicherung fürs Golfen.

Zutritt zu Priority-Pass-Airport-Lounges

Besitzer einer Luxuskreditkarte warten am Flughafen nicht mit anderen Reisenden am Gate, sondern in einer Priority-Pass-Airport-Lounge. Dort können sie sich ausruhen, arbeiten oder essen.

Upgrades

Egal ob Flugzeug, Hotel oder Mietwagen – bei zahlreichen Luxuskreditkarten erhalten die Besitzer Upgrades. So können sie eine schöneres Hotelzimmer, einen besseren Mietwagen oder den bequemeren Flugzeugsitz bekommen, ohne ihn vorher gebucht zu haben.

Ein 24-Studen Concierge-Service ist ebenfalls dabei. „Das ist eine Art persönliches Sekretariat“, erklärt Maier. „Er reserviert Tische im Restaurant, organisiert eine Limousine für den Weg zu einer Veranstaltung oder Tickets für ein Konzert, das offiziell schon ausverkauft ist.“

Seit dem Jahr 2000 gibt es die Luxuskarte in Deutschland, in den USA und Großbritannien sogar schon ein Jahr länger. Während sie anfangs aus schwarzem Plastik bestand, wird sie seit 2009 aus echtem Titan handgefertigt. Das hat seinen Preis. 2.000 Euro jährlich zahlen die Kunden für die Karte, die etwa dreimal so schwer ist, wie eine normale Plastikkarte.

Innerhalb der Euro-Zone ist der Einsatz der Karte zum Bezahlen und Geldabheben gebührenfrei. Außerhalb des Euro-Raumes betragen die Kosten zwei Prozent des getätigten Fremdwährungsumsatzes.

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