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28.06.2016

16:33 Uhr

Märkte und der Brexit

Warum der britische Index den Dax abhängt

VonIngo Narat

Die Londoner Aktienkurse halten sich nach dem Votum für einen EU-Austritt besser als deutsche Werte. Anleger können sich nur wundern. Doch der erste Eindruck täuscht.

Ein Blick auf die Kurse zeigt: Der britische FTSE-Index schlug sich zuletzt wackerer als der Dax. Reuters

Passanten vor der Bank of England in London

Ein Blick auf die Kurse zeigt: Der britische FTSE-Index schlug sich zuletzt wackerer als der Dax.

FrankfurtWo ist denn nun die Krise? In Deutschland oder England? Das konnten sich Anleger am Schwarzen Freitag fragen. Sie schauten am 24. Juni auf die Aktienmärkte und stellten fest: Am Ende des Tages hatte der Deutsche Aktienindex sieben Prozent verloren, der britische FTSE 100 weniger als zwei Prozent.

Das war kein Datenfehler in den Rechnungen. Der reine Indexvergleich ist nur die halbe Wahrheit. Kursveränderungen sind die eine Sache, Wertveränderungen eine andere. Bei der tatsächlichen Wertveränderung spielen die Währungen eine wichtige Rolle. Der Briten-Index wird in Pfund errechnet, der Dax und andere Euroland-Indizes in der Gemeinschaftswährung.

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Das britische Pfund stürzte gegenüber dem Euro am Freitag um sechs Prozent. Die Abschläge bei den Kursen und bei Pfund addiert, kommt man auf acht Prozent. Das ist dann schon glaubhafter. Die Rechnung seit Jahresbeginn fällt mit einem Pfund-Abschlag von zwölf Prozent ähnlich aus. Börsianer begannen früh das Brexit-Risiko in der Währungsrelation zu berücksichtigen.

Bei den Wertveränderungen ist demnach „alles in Ordnung“. Sie spiegeln jedenfalls die Erwartungen wesentlich besser wider als Vergleiche von Indizes mit unterschiedlichen Währungsfundamenten. Mit diesem Phänomen mussten die Anleger in der jüngeren Zeit häufiger umgehen. In einigen Schwellenländern kam es zu dramatischen Bewegungen, die weit über das britische Beispiel hinausgingen.

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