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03.01.2008

13:11 Uhr

Maklerfirma

Immobilienkrise schockt Colonial

VonAnne Grüttner

Stagnierende Verkäufe, sinkende Preise und Kreditknappheit: Die Immobilienkrise in Spanien hat ein neues Opfer gefordert. Die zweitgrößte Maklerfirma des Landes, Inmobiliaria Colonial, steht offenbar kurz vor dem Aus, die Aktien der Maklerfirma wurden gestern vom Börsenhandel ausgesetzt. Nun soll ein neuer Aufsichtsrat das Unternehmen retten.

MADRID. Die kritische Finanzsituation des Unternehmens soll durch Verkäufe von Immobilien und Beteiligungen gerettet werden. Der bisherige Präsident der Gruppe, Luis Portillo, hatte am Freitag auf Druck der übrigen Großaktionäre seinen Rücktritt erklärt, nachdem der Aktienkurs am Donnerstag und Freitag letzter Woche um knapp 40 Prozent eingebrochen war. Im den vergangenen zwölf Monaten haben die Papiere sogar mehr als 62 Prozent verloren.

Wie viele spanische Immobilienunternehmen leidet das Unternehmen unter der Mischung aus stagnierenden Verkäufen und sinkenden Preisen auf dem Immobilienmarkt einerseits sowie der Kreditknappheit mit entsprechend steigenden Zinsen im Zuge der internationalen Subprime-Krise andererseits. Die Immobilienriesen, die sich in den letzten Jahren an stetig steigende Wohnungspreise gewöhnt und diese größtenteils billig auf Pump finanziert hatten, haben nun Schwierigkeiten ihre hohen Schulden zu bezahlen.

Auch Colonial hat in den Boomjahren der Immobilienbranche einen riesigen Schuldenberg von mittlerweile knapp neun Mrd. Euro angehäuft, was 66 Prozent seiner Aktiva entspricht. Schon in den letzten Wochen verkaufte das Unternehmen eine Reihe großer Immobilien und will sich von weiteren Beteiligungen trennen. Außerdem soll spanischen Zeitungsberichten zufolge das Aktienpaket des bisherigen Präsidenten Portillo verkauft werden, insgesamt 40 Prozent der Colonial -Anteile.

Als möglicher Käufer der Unternehmensanteile gilt Joaquín Rivero, Präsident der französischen Immobilien-AG Gecina. Schon Mitte Dezember hatten Colonial und Gecina offiziell die Aufnahme vorläufiger Fusionsverhandlungen angekündigt, die jedoch zu keinem Ergebnis geführt hatten. Mit der Fusion würde einer der größten europäischen Immobilienkonzerne entstehen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme von Fusionsgesprächen im Dezember hieß es, die Immobilienwerte von Gecina und Colonial seien jeweils rund zwölf Mrd. Euro wert. Gecina hatte erst Anfang 2007 eine Fusion mit dem spanischen Branchengrößten Metrovacesa wieder rückgängig gemacht.

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