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15.08.2012

09:55 Uhr

Marc Faber

Ein Crash-Prophet kauft Euro-Aktien

Marc Faber ist bekannt für seine düsteren Prognosen, insbesondere zur Euro-Krise. Vor kurzem empfahl er den Deutschen noch, aus dem Währungsverbund auszutreten. Doch nun kauft er Euro-Aktien. Woher der Sinneswandel?

Der Investor Marc Faber ist nicht zuletzt wegen seiner "Gloom, Boom & Doom Reports" bekannt. picture alliance / dpa

Der Investor Marc Faber ist nicht zuletzt wegen seiner "Gloom, Boom & Doom Reports" bekannt.

Ausgerechnet Marc Faber kauft derzeit vermehrt europäische Aktien. Einer der großen Euro-Skeptiker. Die Sorge vor einem Zusammenbruch des Euro habe Kaufgelegenheiten eröffnet, sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV. Der breite pan-europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 hat seit dem 4. Juni um 15 Prozent zugelegt und ist derzeit mit dem 11,6-fachen der Gewinnprognosen bewertet.

So viel kostet Europa

Rettungsfonds EFSM

Beim Rettungsfonds EFSM stehen 60 Milliarden Euro zu Buche. Der deutsche Anteil beträgt dabei 12 Milliarden Euro.

1. Rettungspaket für Griechenland (IWF und EU)

Griechenland erhielt durch das erste Rettungspaket 110 Milliarden Euro, 24 Milliarden davon kamen aus Deutschland.

Einlagensicherungsfonds (von Experten geschätzt)

Nach Schätzung der Citigroup müsste der von der EU-Kommission geforderte Einlagensicherungsfonds ein Volumen von 197 Milliarden Euro haben. Der deutsche Anteil läge dann bei bis zu 55 Milliarden Euro.

EZB-Staatsanleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für 209 Milliarden Euro eingekauft. Der Bund ist daran mit 57 Milliarden Euro, also mehr als einem Viertel, beteiligt.

IWF-Beitrag zu den Rettungspaketen

Der Internationale Währungsfonds zahlte 250 Milliarden Euro für die Rettungspakete. Deutschland gab dafür 15 Milliarden.

Geplanter ESM

Der dauerhafte Rettungsschirm soll ein Volumen von 700 Milliarden Euro haben. Deutschland wäre daran mit 190 Milliarden Euro beteiligt.

Bürgschaften im Rettungsfonds EFSF

Der Rettungsfonds bürgt mit 780 Milliarden, Deutschland allein mit 253 Milliarden Euro.

Target-Verbindlichkeiten

Die Target-Verbindlichkeiten liegen innerhalb des EZB-Verrechnungssystem bei 818 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 349 Milliarden Euro.

Dagegen warnt der prominente Investor vor China. Die Konjunktur dort werde sich “beträchtlich” abschwächen. Die Wachstumsraten der vergangenen zehn Jahre, die bei mehr als zehn Prozent lagen, würden so schnell nicht wieder erreicht, meint Faber. Dabei sehen die Bewertungen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Der Shanghai Composite kommt auf eine Bewertung von 9,6 und der Hang Seng China Enterprises Index auf eine Bewertung des achtfachen der Gewinnprognosen, günstiger als europäische Stoxx. Trotzdem: “Ich würde vor einem Kauf chinesischer Aktien auf die Ergebnisse der Stimulierungspakete warten”, empfiehlt Faber.

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Der chinesische Aktienindex Shanghai Composite hat seit seinem bisherigen Jahreshoch am 2. März 13 Prozent verloren und der Hang Seng China Enterprises aus Festlands-chinesischen Titeln, der in Hongkong notiert wird, verlor sogar 16 Prozent. Analysten der Bank of America Corp. hatten, wie zuvor jene der Deutschen Bank AG und von Barclays Plc, ihre Wachstumsprognosen für China gekürzt.
Auch der für China wichtige Exportsektor scheint derzeit das Wachstum wesentlich abzubremsen. Laut Regierungsdaten betrug das Exportwachstum im Juli lediglich ein Prozent, womit eine Bloomberg-Prognose von acht Prozent klar verfehlt wurde. Sowohl im Juni wie im Juli hatten die Zentralbank People's Bank of China den Leitzins gesenkt und seit Jahresbeginn ebenfalls zweimal die Mindestreserveanforderungen reduziert, um der verlangsamten Konjunktur zu begegnen. Im zweiten Quartal war die chinesische Wirtschaft mit 7,6 Prozent überdies so langsam wie seit 2009 nicht mehr gewachsen.

Faber lag bei seinen Prognosen in vielen Fällen richtig. So hatte er am 2. Februar vom Kauf der Aktien des Sozialnetzwerks Facebook abgeraten. Seit dem Börsengang im Mai, dem bislang größten überhaupt, hat der Aktienkurs 43 Prozent verloren.

Kommentare (18)

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zugspitze

15.08.2012, 10:18 Uhr

Um vom Kauf von Aktien des "Sozial-"Netzwerks Facebook abzuraten, muss man nicht Faber heißen! Dieser Wert ist einfach nicht real sondern durch etwa 80% Fakeadressen gefälscht. Faber war schon einmal besser.

ratlos

15.08.2012, 10:33 Uhr

Der viel beachtete Artikel von Heiko Schrang [...] legt sehr schön dar, wie die sportliche Ereignisse immer wieder dazu genutzt wurde, klammheimlich hoheitliche Rechte abzugeben.

[+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

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Account gelöscht!

15.08.2012, 11:19 Uhr

"Euro-Aktien" ist ein weit gefasster Begriff. Griechische Aktien werden wohl schon unter Substanzwert verhökert.

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

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