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06.02.2017

16:10 Uhr

Mario Draghi

Die Wirtschaft benötigt weiter geldpolitische Hilfe

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi weiterhin auf die Unterstützung der Notenbank angewiesen. Die Inflation soll sich wieder nachhaltig bei zwei Prozent einpendeln.

Im Dezember hatte die EZB die Käufe noch einmal um neun Monate bis Ende 2017 verlängert. Allerdings soll das monatliche Kaufvolumen ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro sinken. Reuters, Sascha Rheker

EZB-Präsident Mario Draghi

Im Dezember hatte die EZB die Käufe noch einmal um neun Monate bis Ende 2017 verlängert. Allerdings soll das monatliche Kaufvolumen ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro sinken.

Frankfurt/BrüsselDiese Hilfe sei notwendig, damit sich die Inflation wieder nachhaltig dem Ziel von knapp zwei Prozent annähere, sagte Draghi am Montag im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Der Inflationsanstieg im Dezember und Januar gehe vor allem auf statistische Basiseffekte sowie teurere Energiepreise zurück.

Draghi zufolge ist die Europäische Zentralbank (EZB) bereit, bei ihren umstrittenen Anleihenkäufen in puncto Volumen oder Laufzeit nachzulegen, falls die Inflationsentwicklung nicht mit den Zielen der Währungshüter übereinstimmen sollten. Die Teuerung im Währungsraum war im Januar auf 1,8 Prozent nach oben geschnellt.

Im Dezember hatte die EZB die Käufe noch einmal um neun Monate bis Ende 2017 verlängert. Allerdings soll das monatliche Kaufvolumen ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro sinken. Kritikern des Programms wie Bundesbankchef Jens Weidmann geht das nicht weit genug. Sie verweisen auf die anziehende Inflation und fordern einen schnelleren Ausstieg.

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Die EZB dagegen führt die derzeit steigende Inflation vor allem auf den höheren Ölpreis zurück - und hält diesen Effekt für temporär. Sie will abwarten, ob sich der Aufwärtstrend stabilisiert. Zu Jahresbeginn 2016 war der Ölpreis unter 30 Dollar pro Barrel gerutscht - inzwischen notiert er bei rund 55 Dollar. Da der Ölpreis Anfang 2016 so niedrig war, steigen die Preise im Vergleich nun stärker. Die um besonders schwankungsanfällige Güter wie Tabak, Lebensmittel und Energie bereinigte Inflation, die so genannte Kernrate, betrug lediglich 0,9 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Alessandro Grande

06.02.2017, 17:17 Uhr

Die gesetzlich legitimierte Volksenteignungsaktion geht in die dritte Runde, bravo. Negetivzinsen bei hoher Inflation und Ausweitung der Geldmenge, damit die Institutionellen weiter das Vermögen des kleinen Mannes umverteilen können.
Das ist die Sklaverei des des 21. Jahrhunderts und fast keiner merkt es bei steigenden Aktienkursen. Klasse Mario, und zufällig ist Goldman Sachs, Dein Ex-Arbeitgeber, ja einer der großen Profiteure. Chapeau bzgl. dieses Zaubertricks ;-)

Herr Renatus Isenberg

06.02.2017, 17:27 Uhr

Als normaler Verbraucher, der auch selbst im Supermarkt einkaufen geht und selbst in den Ämtern seine Angelegenheiten erledigt, muss ich fragen, was für ein illusionäres Gebilde die offizielle Inflationsrate darstellt. Hat die Institution den Durchblick verloren oder sitzen bei den "Machern" der Inflationsrate nur abgehobene Leute, die von ihrer Residenz ins Büro und zurück rollen und das Leben nicht kennen?
Da meinen die Herren also, man müsse die angebliche Inflationsrate auch noch vom Ölpreis reinigen, damit dann für Draghi genehme 0,xx % herauskommen? Meine Tochter bezahlt jedes Jahr für ihre Monatskarte 5-10% mehr Fahrgeld, die Miete wurde letztes Jahr um 16% angehoben wegen "Anpassung an den Ortsspiegel", die Gebühren in der Verwaltung stiegen seit 2013 um 20% in 2016, Ja ich bezahle gern für die Butter 40% mehr als in 2016 und die Schokolade ebenfalls - doch die Prozente kann Herr Draghi nicht weglügen.

Der normale Bürger sieht es in seiner Geldbörse und nennt Draghis Statistik eine Lüge,. Daraus können Revolutionen entstehen, wenn Politiker ihre Sehkraft fürs praktische Leben der Bürger verlieren.

Unbekannt

06.02.2017, 17:50 Uhr

Die Euro-Länder sollten über eine generelle Änderung der Staatsfinanzierung nachdenken:

Die Erhebung von Steuern sollte in allen Euro-Ländern komplett aufgegeben werden. Die vielen Finanzbeamten kosten nur sehr viel Geld und schaffen Unmut in der Bevölkerung. Griechenland zeigt uns ja, wie man ohne Finanzamt und Steuerfahdung über die Jahrtausende kommt. Auch das Thema Steueroasen ist damit erledigt.

Die einzelnen Länder sollten der EZB für jedes Jahr mitteilen, wieviel Geld sie für ihre Staatsausgaben einschließlich Bezahlung von Familienmitgliedern durch Minister und Abgeordnete sowie sonstige politik-übliche Korruption benötigen. So kann man auch die Kosten für die Korrutionsbekämpfung einsparen.

Die EZB stellt dann die geforderten Beträge den Behörden der Mitgliedsländer in monatlichen Raten zur Verfügung. Die Abgleichung der Kaufkraft regelt sich dann sehr gut über die Geldentwertung. Sollte die Geldentwertung deutlich über zwei Prozent liegen, lebt die Euro-Zone über ihre Verhältnisse, was Europa auch seit 2.000 Jahren schon erfolgreich tut.

Die Altschulden der Euro-Länder werden gegen die Sparguthaben verrechnet, vorrangig natürlich die deutschen.

Dieses neue System sollte nicht über einen komplizierten Vertrag geregelt werden. Verträge sind in Europa nur dazu da, sich n i c h t daran zu halten.

Wer das für einen Karnevalsscherz hält, wohnt sicher im Rheinland.

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