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29.02.2016

14:31 Uhr

Mario Draghi und die Zinsen

Die Preise stürzen ab – was macht die EZB?

VonJan Mallien

Die Preise in der Euro-Zone sind im Februar überraschend gefallen. Damit sind die bisherigen Inflationsprognosen der Europäischen Zentralbank Makulatur. Eine weitere geldpolitische Lockerung im März ist wahrscheinlich.

Experten rechnen damit, dass der EZB-Präsident die Geldpolitik im März weiter lockert. AFP; Files; Francois Guillot

Mario Draghi

Experten rechnen damit, dass der EZB-Präsident die Geldpolitik im März weiter lockert.

Frankfurt am MainJens Weidmann hat es schon vorausgeahnt. „Gerade in der ersten Jahreshälfte sind vorübergehend auch wieder Inflationsraten unter Null denkbar“, sagte der Bundesbank-Chef in der vergangenen Woche. Wie schnell sich diese Vorhersage nun erfüllt hat, kam für die meisten Experten dann doch überraschend.

Denn bereits im Februar sind die Preise in der Euro-Zone überraschend gefallen. Sie sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent, wie das Europäische Statistikamt am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. „Das Inflationsbild der EZB zerbröselt,“ sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Im März stellt die EZB neue Inflationsprognosen vor und will ihre Geldpolitik auf den Prüfstand stellen. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Senkt die Notenbank ihre Prognosen deutlich, ist eine Lockerung der Geldpolitik sehr wahrscheinlich.

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Auf der nächsten Sitzung des EZB-Rats am 10. März könnte passieren, wovor einigen schon lange graut: Die Europäische Zentralbank lockert die Geldpolitik – und Bundesbank-Chef Weidmann hätte keine Chance dagegenzustimmen.

Dafür spricht derzeit viel. Insbesondere der Ölpreisverfall sorgt dafür, dass die Lebenshaltungskosten sinken: Energie verbilligte sich im Februar binnen Jahresfrist um 8,0 Prozent. Doch der Preisverfall beschränkt sich nicht nur auf Energie. Im Februar ist beispielsweise auch die um Energie bereinigte Kernrate nur noch um 0,7 Prozent gestiegen. „Es ist zunehmend unwahrscheinlich, dass die Kerninflation – wie von der EZB erhofft – im Durchschnitt dieses Jahres auf 1,3 Prozent steigt“, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer.

Die Frage scheint daher weniger, ob die Geldpolitik gelockert wird als vielmehr wie. Als wahrscheinlich gilt eine Senkung des Einlagenzinses. Dieser liegt schon jetzt bei minus 0,3 Prozent. Das bedeutet: Banken, die über Nacht Geld bei der EZB parken, müssen eine höhere Strafe zahlen. Das soll sie dazu bewegen, überschüssige Liquidität für neue Kredite zu nutzen, statt sie bei der EZB zu lagern.

Kommentare (37)

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Herr Helmut Weinberg

29.02.2016, 14:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Max Marx

29.02.2016, 14:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Ernst Thoma

29.02.2016, 14:47 Uhr

Wenn der weiter soviel Geld druckt, werden die Preise für Druckerschwärze und Papier steigen - dann hat er die gewünschte Inflation!

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