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30.06.2013

16:26 Uhr

Mark Carney

Kanadier soll die britische Konjunktur ankurbeln

Mark Carney nimmt als erster Ausländer sein Amt als Chef der Bank of England auf. Der Kanadier soll in Großbritannien für Wachstum sorgen. Mit Spannung wird erwartet, ob er an der Zinsschraube dreht.

Mark Carney: Kann er die britische Wirtschaft wieder in Schwung bringen? dpa

Mark Carney: Kann er die britische Wirtschaft wieder in Schwung bringen?

LondonDie Erwartungen an den Kanadier Mark Carney sind hoch: An diesem Montag (1. Juli) übernimmt er als erster Ausländer bei der Bank of England das Zepter. Manche sehen in dem 48-Jährigen eine Art Heilsbringer, der mit seiner zupackenden Art und dem Blick von außen die lahmende britische Wirtschaft dauerhaft wieder in Schwung bringen könnte. Andere meinen, dass die wirtschaftliche Lage viel zu schwierig sei, um selbst einem so erfahrenen Fachmann wie Carney schnelle Erfolge zu ermöglichen.

Viel Zeit zum Eingewöhnen wird der ehemalige Chef der kanadischen Notenbank nicht haben: Knapp eine Woche nach der Übernahme der Aufgaben von seinem Vorgänger Sir Mervyn King tagt bereits der geldpolitische Ausschuss der Zentralbank an der Londoner Threadneedle Street. Mit Spannung wird erwartet, ob Carney wie schon King den Leitzins auf dem historischen Tiefstand von 0,5 Prozent belässt oder an der Zinsschraube dreht. Noch interessanter für Beobachter ist die Frage, ob es dem Neuen gelingt, den Ausschuss für eine weitere Runde des sogenannten „Quantitative Easing“ zu gewinnen.

Mit Hilfe von Anleihekäufen hatte der bisherige Zentralbankchef in den vergangenen Jahren zusätzliches Geld in Höhe von 375 Milliarden Pfund in den Markt gepumpt. Der Erfolg ist umstritten. Zu seinem Abschied forderte King wiederholt, 25 weitere Milliarden locker zu machen – konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Der Ex-Investmentbanker (Goldman Sachs) und Oxford-Absolvent Carney gilt als Ausnahmetalent und war Wunschkandidat des britischen Schatzkanzlers George Osborne. Er soll nun endlich für Wirtschaftswachstum sorgen. Optimisten werten die zunehmend positiven Wirtschaftsindikatoren, größeren Schwung im Bauwesen und langsam wieder steigende Exporte als Zeichen, dass Kings Politik in die richtige Richtung führt. Im ersten Quartal blieb der befürchtete Rückfall in die Rezession aus, die britische Wirtschaft wuchs um 0,3 Prozent. Und Statistiker bestätigten letzte Woche, dass das Land Anfang 2012 Null-Wachstum verbuchte und nicht wie bisher angenommen geschrumpft war.

Kommentare (2)

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30.06.2013, 21:26 Uhr

Wachstum werden die Briten nur hin bekommen wenn sie konkurrenzfähige Produkte herstellen. Da aber Maggi Thatcher die Industrie zugunsten der Finanzwirtschaft zerschlagen hat wird es schwierig für Mark Carney. Und wenn er auch wieder nur auf die Finanzbranche setzt wird die Sache eh im Desaster enden, denn wer meint nur mit Geld Geld zu verdienen wird langfristig merken dass er auf ein Perpetuum mobile gesetzt hat welches ja bekanntlich nicht funktioniert.

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01.07.2013, 03:50 Uhr

Und schon wieder ein Goldman!
Der Krake besetzt nach Gutdünken alle Schlüsselstellen der Staaten mit ehemaligen Mitarbeitern.
Und was für Goldman gut ist, das war bisher immer mehr als schlecht für uns!

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