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09.03.2014

16:15 Uhr

Mark Mobius im Interview

„Kein Grund zur Panik“

VonJörg Hackhausen

ExklusivMark Mobius hat keine Angst vor den Russen. Der Börsenguru glaubt eine Lösung zu kennen, mit der sich Putin im Konflikt mit der Ukraine zufrieden geben könnte. Seine Aktien will er nicht verkaufen. Im Gegenteil.

Mark Mobius von Franklin Templeton Investments legt seit mehr als 40 Jahren in Schwellenländern an. Er ist bekannt als antizyklischer Investor, der in Krisen kauft. PR

Mark Mobius von Franklin Templeton Investments legt seit mehr als 40 Jahren in Schwellenländern an. Er ist bekannt als antizyklischer Investor, der in Krisen kauft.

Kaum ein Name steht so sehr für Investments in den Schwellenländern: Mark Mobius. Der 77-Jährige Investor war vor vier Jahrzehnten einer der ersten, der in die aufstrebenden Märkte investiert hat. Bis heute legt er das Geld am liebsten dort an, wo es anderen zu riskant ist. Dazu passt sein Investment in der Ukraine. Große Sorgen scheint er sich darüber nicht zu machen: Wir erwischen ihn am Mobiltelefon unterwegs in Rio de Janeiro, wo er nach neuen Geldanlagen sucht.

Herr Mobius, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte jederzeit eskalieren. Gibt es Krieg?

Die Lage wirkt momentan sehr angespannt. Am Ende des Tages werden beide Seiten zu einer vernünftigen Lösung kommen.

Was macht Sie so sicher?
Keiner hat ein Interesse an einer Eskalation. Dafür steht zu viel auf dem Spiel, vor allem wirtschaftlich. Letztlich werden die wirtschaftlichen Faktoren schwerer wiegen als die politischen.

Wie kann eine Lösung aussehen, mit der sich Putin zufrieden gibt?
Putin geht es zu aller erst um die Sicherheit seiner Stützpunkte am Schwarzen Meer. Das ist verständlich und durch internationales Völkerrecht gedeckt. Das müssen alle beteiligten Parteien anerkennen. Außerdem muss die russischsprachige Bevölkerung eine Stimme im neu gewählten Parlament der Ukraine bekommen.

Die Ukraine spricht von einer Invasion durch Russland. Wie ist das mit dem Völkerrecht zu vereinbaren?
Die nationale Souveränität und Einheit der Ukraine darf nicht angetastet werden. Das weiß auch Putin. Ich glaube nicht, dass er eine Invasion plant. Russland ist natürlich in einer sehr starken Position, nicht nur militärisch. Die Ukraine ist abhängig von russischen Gaslieferungen, um nur einen Punkt zu nennen. Am Ende des Tages müssen beide Seiten zu Zugeständnissen bereit sein.

Brics - die wichtigsten Fakten

Wirtschaftsmacht

Die fünf führenden Schwellenländer, das sind Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, stehen für 21 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Dynamik ist enorm: Sie haben ihren Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht.

Bevölkerung

43 Prozent der Weltbevölkerung leben in den Brics-Staaten. Allein in China und Indien leben jeweils deutlich mehr als eine Milliarde Menschen.

Währungsreserven

Zusammen kommen die Staaten auf die gigantische Summe von 4,4 Billionen Dollar. China sitzt auf den mit Abstand größten Devisenreserven der Welt.

Handel

Der Handel zwischen den Brics-Staaten erreichte 2012 einen Wert von 282 Milliarden Dollar. Bis 2015 dürfte er auf 500 Milliarden Dollar steigen, sagen Experten voraus. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag das Volumen lediglich bei 27,3 Milliarden Dollar.

Wohlstandsgefälle

Obwohl alle Brics-Staaten kräftig wachsen, sind die Unterschiede sehr groß. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im vergangenen Jahr in China 6094 Dollar, in Brasilien 12.340 Dollar, in Russland 13.765, in Indien 1592 Dollar und in Südafrika 7.636 Dollar.

Sie sagen also: Alles wird gut.
Nicht so schnell. Es wird Monate dauern, bis sich die Lage beruhigt. Es wird darauf ankommen, wie die neue politische Führung in der Ukraine aussehen wird. Eine gemäßigte Regierung wird eine Annäherung an den Westen anstreben, ohne die Interessen Russlands zu verletzten. Sollten nationalistische Kräfte an die Macht kommen, die die russisch-sprachigen Ukrainer diskriminieren, wäre die Situation eine ganz andere.

Sie besitzen viele Aktien in der Ukraine. Haben Sie daran gedacht, zu verkaufen?
Wir halten an der Ukraine fest. Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen. Wenn der Preis stimmt, werden wir noch mehr kaufen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 10:07 Uhr

MM -glaubt und strotzt vor dummheit.vielleicht sollte ihm mal einer sagen dass gluben-nichts wissen heisst.hinzu kommt,dass er sicher keinen russen kennt und schon garnicht den geheimdienstler putin.reden ist silber-schweigen ist gold MM !!!!

Account gelöscht!

10.03.2014, 11:05 Uhr

Der Mann ist Verkäufer. Was sagt der Mercedes-Händler, wenn Sie in Fragen, was Sie kaufen sollen? Richtig.

Zudem hat der Mann ein privates Mrd.-Vermögen. Ob das dann mal ein paar Prozent höher/tiefer steht, ist nicht so relevant. Wenn Tante Erna aber wie von ihm empfohlen 30% in EM-Aktien steckt, könnte das böse enden.

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