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04.01.2010

07:50 Uhr

Markteinschätzung

An der Börse zählen wieder harte Fakten

VonChristian Schnell

2009 beeinflusste vor allem die schwankende Anlegerstimmung die Kurse. Doch inzwischen blicken Investoren wieder mehr auf Wirtschaftsdaten. Für die Freunde von Stabilität an den Börsen ist das eine gute Nachricht: Starke Kursschwankungen werden unwahrscheinlicher.

Angst bestimmte 2009 die Börsen; dann wieder jäher Optimismus. 2010 rücken statt Stimmungen wieder harte Fakten in den Vordergrund. ap

Angst bestimmte 2009 die Börsen; dann wieder jäher Optimismus. 2010 rücken statt Stimmungen wieder harte Fakten in den Vordergrund.

FRANKFURT. Die Börsen werden weltweit im neuen Jahr weit weniger von Stimmungen getrieben sein als in diesem Jahr, glauben Experten. "Es ist ein Kennzeichen von Finanzmarktkrisen, dass Stimmungen hier besonders wichtig sind", sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Das lässt aber mit einem weiteren Abklingen von Krisen zusehends nach. 2010 werden deswegen weit mehr "harte" - sprich greifbare - Daten die Märkte beherrschen als die nur sehr schwer einschätzbaren Stimmungslagen in diesem Jahr.

Da hatte das extrem schlechte Stimmungsbild im Frühjahr dazu geführt, dass das ohnehin sehr trübe Bild noch einmal einen Verstärker erhielt. Indikatoren wie der monatliche Ifo-Geschäftsklimaindex, bei dem deutsche Unternehmen befragt werden oder die ZEW-Umfrage bei den Finanzexperten, haben dabei ebenso als zusätzlicher Belastungsfaktor fungiert wie die Umfragen bei Privatanlegern. Der Bull/Bear-Index, den beispielsweise die Marktforscher von Cognitrend wöchentlich berechnen, zeigte eine weitaus größere Zahl an "Bären" denn an "Bullen".

Als dann ab dem Frühjahr die Stimmung umschlug, waren es erneut die entsprechenden Barometer, die den Trend verstärkt haben. Keine fünf Monate später war von der tiefen Depression vom März nichts mehr zu spüren. Als die ersten Erholungssignale von den Stimmungsindikatoren kamen, ließen diese in Windeseile das Bild drehen. "Der Übergang von einer globalen Rezession zur signifikanten Erholungsphase findet viel schneller statt als erwartet", sagte Georg Schuh, Chief Investment Officer bei DB Advisors, dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank für institutionelle Kunden.

Die Folge waren ein deutlicher Rückgang der Risikoaversion und eine dramatische Verbesserung der Finanzierungskonditionen, bedingt durch viele unkonventionelle Maßnahmen wie beispielsweise die Abwrackprämie. All diese hatten nur ein Ziel: Die Stimmung bei Unternehmen und Bürgern zu verbessern.

Kommentare (3)

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Max

04.01.2010, 13:15 Uhr

So ein Unsinn !!!!
Die börse wird zu 90% von illusion, Manipulation, Hoffnung und Gier getrieben !
Die Zeit von "harten Fakten" - wann war die ???
Von Erhohlungsphase kann auch absolut keine Rede sein wenn man sich die "harten Fakten" ansieht.

Jonas

04.01.2010, 13:28 Uhr

Die harten Fakten sagen: Die Kurse sind wieder überbewertet, mindestens ums doppelte, wenn nicht sogar ums dreifache. Raus aus Aktien!

Kronecker

04.01.2010, 18:12 Uhr

Es ist schon faszinierend mit den Experten der Ökonomie: So viele Mutmassungen aus den selben Fakten!

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