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06.07.2012

10:38 Uhr

Martin Weber im Interview

„So besonders ist diese Krise auch wieder nicht“

VonJörg Hackhausen

Sollten Anleger ihr Geld wegen der Euro-Krise in Sicherheit bringen? Nein, sagt Martin Weber von der Uni Mannheim. Der Professor und Anlageexperte plädiert für Gelassenheit. Einen guten Rat hat er trotzdem parat.

Professor Martin Weber von der Uni Mannheim befasst sich mit Geldanlage und Börsenpsychologie. Uni Mannheim

Professor Martin Weber von der Uni Mannheim befasst sich mit Geldanlage und Börsenpsychologie.

Herr Weber, viele Sparer machen sich Sorgen wegen der Euro-Krise. Sollten sie ihr Geld in Sicherheit bringen?
Ich sehe keinen Grund, etwas an der Anlagestrategie zu ändern. Wenn man Geld übrig hat, dann sollte man – entsprechend seiner Risikoneigung – investieren. Ich warne allerdings davor, überstürzt zu handeln. Angst ist kein guter Ratgeber.

Also die Krise einfach ignorieren?
So besonders ist diese Krise auch wieder nicht. Das ist nicht die erste Krise, die wir erleben. Und es wird auch nicht die letzte sein.

So gelassen sehen das die Wenigsten. Die meisten Anleger wollen die Krise nicht einfach über sich ergehen lassen.
Die Menschen haben immer das Gefühl, sie müssten etwas tun. Gerade in Krisenzeiten ist es sehr schwer, einfach stillzuhalten und nichts zu tun. Das steckt tief in uns drin – wie bei einem Steinzeitmenschen, der plötzlich vor einem Bären steht. Die erste Reaktion ist: weglaufen. Dabei wäre es schlauer stehenzubleiben und keine hektischen Bewegungen zu machen. Auch bei der Geldanlage ist das oft die bessere Strategie.

Wie sieht denn Ihre Strategie aus?
Niemand kann genau sagen, wie sich die Märkte entwickeln werden. Wer ehrlich ist, wird das auch zugeben. Gerade deshalb wäre es unsinnig, alles auf eine Karte zu setzen. Die wichtigste Regel ist und bleibt: Das Vermögen breit streuen! Entscheidend ist eine gute Mischung aus Aktien, Rohstoffen und Renten.

Aktien sind nicht gerade das, was die Leute unter sicherer Geldanlage verstehen.
Aktien sind Risikopapiere. Die kurzfristigen Schwankungen muss man aushalten können. Auf lange Sicht sind Aktien unverzichtbar, um mehr Rendite zu erzielen. Wissenschaftliche Untersuchungen für den US-Aktienmarkt haben ergeben, dass Aktien in den vergangenen 180 Jahren eine Rendite von durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr abwerfen.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

06.07.2012, 11:04 Uhr

„So besonders ist diese Krise auch wieder nicht“
Endlich mal eine Stimme der Vernunft.
Beruhigend, das es auch noch solche Ökonomen gibt.

Account gelöscht!

06.07.2012, 12:06 Uhr

welche Krise, verehrter Nachtschatten ?

Account gelöscht!

06.07.2012, 12:11 Uhr

Die Euronen-Krise, werter DonSarkasmo :)
Sinngemäß die Worte des Professors

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