Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2011

09:23 Uhr

Max Otte im Interview

„Ich freue mich auf Inflation“

VonChristian Panster, Jörg Hackhausen

Er warnte vor der Finanzkrise, jetzt rät er zum Aktienkauf. Bestsellerautor und Fondsmanager Max Otte sprach mit dem Handelsblatt über die richtige Aktienauswahl, sein Verhältnis zu Gold und die Liebe zum Land.

"Die Segel sind gesetzt! Ich bin voll investiert", sagt Otte. Uta Wagner für Handelsblatt

"Die Segel sind gesetzt! Ich bin voll investiert", sagt Otte.

Handelsblatt: Herr Otte, der Absturz an den Börsen hat viele auf dem falschen Fuß erwischt. Sie auch?

Max Otte: Ich habe vor fünf Monaten angefangen, japanische Aktien zu kaufen, weil sie spottbillig waren. Ich hatte den Markt zuvor drei Jahre lang beobachtet. Kurz nach meinem Einstieg kam Fukushima, jetzt der nächste Absturz. Manche Positionen haben sich gut entwickelt, mit anderen bin ich aber fast 50 Prozent unter Wasser.

Japan? Moody’s hat dessen Bonität gerade heruntergestuft ...

Das betrifft zuallererst die Anleihen, nicht die Aktien. Sollte der Yen unter Druck geraten, könnte das sogar positiv sein für exportorientierte Unternehmen.

Keine Angst, dass die Kurse noch weiter fallen?

Natürlich können die noch fallen. Der Markt wird derzeit von der Psychologie bestimmt, da kann alles passieren. Die Investoren verkaufen Aktien, weil sie es nicht aushalten, nichts zu tun, und im Zweifel lieber das machen, was alle tun. Sie laufen der Menge hinterher, um nicht alleine dazustehen, so wie die Lemminge. Die haben als Spezies zwar einen schlechten Ruf; man hat aber noch nie einen einzigen der Gruppe für das Verhalten aller zur Verantwortung gezogen.

Was raten Sie?

Als Value-Investor sollte man stets die langfristigen Perspektiven im Blick haben – und damit meine ich die nächsten zehn, besser noch 15 Jahre. Ich kann nur jedem Anleger raten: Lassen Sie sich nicht von den kurzfristigen Schwankungen verrückt machen, auch wenn es noch so schwer fällt.

War der Absturz übertrieben?

Nur im Fall einer echten Weltwirtschaftskrise und globalen Depression wäre das aktuelle Kursniveau vielleicht gerechtfertigt. Fundamental betrachtet sind derzeit viele Aktien günstig.

Kommentare (32)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Paradox

25.08.2011, 10:39 Uhr

Voll Investiert?

Ist das nicht eine sehr riskante Anlagestrategie in dem Umfeld?
1. Staatsschuldenkrise.
2. Möglicher Anleihecrash.
3. Finanztitel werden bei einem Anleihecrash auch die Realwirtschaft negativ beeinflussen.
4. Gegen den Markt spekulieren (Die 200-tagelinie ist signifikant nach unten durchbrochen, und dies weit schlimmer als im Januar 2008)

Wenn das nur ein Double Dipp wird, dann haben wir sehr viel Glück!

Joe69

25.08.2011, 11:02 Uhr

Herr Otte, ich empfehle Ihnen eine Umschulung zum Landwirt. Vielleicht sind Sie in diesem Beruf dan erfolgreicher. Ich kann diese negativen Szenarien und Oberlehrer-Belehrungen nicht mehr ertragen. Wo sind Ihre echten Alternativen?

Account gelöscht!

25.08.2011, 11:02 Uhr

Herr Otte,

machen Sie doch endlich mal Ihre Investoren und die Öffentlich drauf aufmerksam, wie Sie zu Ihren Renditen kommen!!
Das Sie sich auf sehr dünnem Eis bewegen, dürfte nicht all zu unbekannt sein.

Ich sag nur Markus Frick (falls Ihnen dieser Name was sagt).
Wenn Sie Rückgrat haben, würden Sie unverzüglich Stellung nehmen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×