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05.06.2013

11:07 Uhr

Medienbericht

EZB feilt an Sanierungsplan für Europas Banken

Die "Zeit" nennt Details zur Europäischen Bankenunion. Ab Herbst solle die EZB die Bilanzen der wichtigsten Banken durchleuchten. Eine Rekapitalisierung angeschlagener Institute könnte Anfang 2014 erfolgen.

EZB-Chef Mario Draghi dpa

EZB-Chef Mario Draghi

Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" ist Europäische Zentralbank (EZB) bei der Umsetzung der Pläne für eine Europäische Bankenunion schon weiter als angenommen. Dabei geht es um einen Sanierungsplan für die Banken im Euroraum. Deren Bilanzprobleme werden derzeit als Hauptursache für die schwache Kreditvergabe in den Krisenländern gesehen.

„Viele Vorschläge der EZB wie etwa Zinssenkungen, negative Einlagezinsen oder eine Verbriefung von Mittelstandskrediten dienen dazu, Zeit zu gewinnen, sagt EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. Die Pläne zur Sanierung der Banken setzten hingegen bei der Ursache der Krise an.

Die "Zeit" nennt dazu ausführliche Details. Mit der Umsetzung des Vorhabens soll der Leiter der Abteilung Finanzstabilität in der EZB, Ignazio Angeloni, beauftragt worden sein. Ab Herbst sollten die Währungshüter zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden die Bilanzen wichtiger Finanzinstitute in der Euro-Zone durchleuchten. Es gehe um rund 140 Banken, die etwa 80 Prozent des Markts abdeckten. In der EZB würden bereits Teams gebildet, die zur Not ausrücken und die Bücher direkt in den Banken prüfen könnten. Außerdem wolle die EZB auch auf unabhängige Berater – Wirtschaftsprüfer oder Investmentgesellschaften – zurückgreifen. Mit Ergebnissen werde bis Anfang 2014 gerechnet.  

Wenn die Stresstests vorliegen, soll untersucht werden, wie gut die Banken einen erneuten Einbruch der Konjunktur verkraften. Banken, die Kapitallücken nicht selbst füllen könnten, sollten von den Mitgliedsstaaten rekapitalisiert werden. Notfalls könnten sie dabei auf Kredite des Rettungsschirms ESM zurückgreifen.  

Um die Steuerzahler zu schonen, sollten erstmals auch Aktionäre, Gläubiger und Kunden der betroffenen Banken in größerem Umfang herangezogen werden. Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden könne, sei aber nicht klar. Die "Zeit" berichtet, dass es in einigen Ländern Widerstand gegen das Vorhaben gebe. „Vor allem Frankreich und Italien wehren sich dagegen, externen Prüfern Einblick in die Bankbilanzen zu gewähren, “ schreibt die Wochenzeitung.

Von

jam

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

05.06.2013, 12:01 Uhr

Wie kommt die EZB dazu? Ich kann es mir denken. Da die meisten Banken aus den Club Med Raum kommen bittet es sich ja gerade zu an die mit Hilfe eines Italieners zu retten. Die Gretchenfrage - wer bezahlt das weiterhin.
Eine Zentralbank ist bestimmt nicht dazu da Banken zu retten. und wie komme ich überhaupt dazu irgendeine spanische Bank mit meinen Steuer und Rentengeld zu retten. Solange spanische Fussball Clubs horrende Ablöse und Gehälter auf Pump bezahlen können kenie Peseta, Lire und dergleichen.

Charly

05.06.2013, 12:04 Uhr

"EZB feilt an Sanierungsplan für Europas Banken"

Eine öffentliche Ankündigung eines weiteren Diebstahls durch Goldmänner & Co. und ihre Lakaien in der Politik !

Account gelöscht!

05.06.2013, 12:10 Uhr

AfD!!! Dann wird auch an den Märkten ein eindeutiges Signal gesetzt!

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