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26.03.2006

10:00 Uhr

Moderat-dynamische Strategie

Geballte Kraft behutsam dosiert

VonChristian Schnell

Der Anleger, der auf ein „moderat dynamisches Depot“ setzt, wirkt vordergründig so, als könne er sich nicht zwischen Vorsicht und Risikofreude entscheiden. Doch diese Anlageform bringt seit 2003 hohe Renditen.

FRANKFURT. Der Anleger, der auf ein „moderat dynamisches Depot“ setzt, wirkt vordergründig so, als könne er sich nicht zwischen Vorsicht und Risikofreude entscheiden. Denn die Strategie ist mit einem Aktienanteil zwischen 60 und 80 Prozent zwar deutlich spekulativer als der ausgewogene Ansatz, der je zur Hälfte auf Aktien und Anleihen spekuliert und unter den Investoren als Klassiker gilt. Auf der anderen Seite setzen Anleger gegenüber dem dynamischen Bereich mit einem Aktienanteil von über 80 Prozent nicht alles auf eine Karte.

Moderat-dynamische Anleger haben in den vergangenen drei Jahren allen Unkenrufen zum Trotz überdurchschnittliche Gewinne erzielt. Denn viele, die sich für diese Strategie entschieden haben, haben angesichts des Booms seit 2003 alles richtig gemacht. Schließlich konnten sie seither mit kaum einer Aktie – im Dax einmal abgesehen von der Deutschen Telekom – irgendetwas verkehrt machen.

Die entscheidende Frage lautet nun aber: Sollen sie die Aktienquote beibehalten, reduzieren oder etwa in konservativere Titel umschichten. Hintergrund ist, dass die meisten Aktienexperten spätestens für das zweite Halbjahr mit einer Abschwächung der Konjunktur rechnen. Schließlich ist der aktuelle Zyklus schon sehr weit vorangeschritten, so dass eine Fortdauer des aktuellen Aufwärtstrends nicht zu erwarten ist. „Wir sehen in nächster Zeit ein höheres Risikoprofil, weil die Bewertungen nicht länger günstig sind und die führenden Indizes bereits ihren prognostizierten fairen Wert für das Gesamtjahr erreicht haben“, schreiben die Experten von Société Générale in ihrem aktuellen Strategiebericht.

Den besten Anlageberatern aus dem moderat dynamischen Bereich treiben diese Aussichten allerdings keine Sorgenfalten ins Gesicht. Zum einen setzen sie trotz der hohen Aktienquote auf etablierte Branchen wie den Finanzsektor, die Versorger und den Bereich Pharma und Chemie. „Wir suchen nach Titeln mit Substanz und wenden dabei klassische Bewertungskriterien an“, sagt Dieter Helmle von der BHF-Bank, der mit seinem moderat dynamischen Depot in den letzten 24 Monaten die höchsten Zuwächse von allen Wertpapierhäusern hatte, die das Analysehaus Firstfive beobachtet.

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