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04.04.2011

11:16 Uhr

Mögliche Börsenverluste

Wie Anleger sich jetzt Renditechancen sichern

VonChristof Schürmann
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Das Risiko an den Börsen ist deutlich gestiegen – nicht nur wegen Japans Tragödie. Wie Anleger jetzt ihr Verlustpotenzial begrenzen und ihre Chancen wahren.

Die Lage an den Weltbörsen hat sich mit dem Japan-GAU nicht gerade verbessert. Quelle: Reuters

Die Lage an den Weltbörsen hat sich mit dem Japan-GAU nicht gerade verbessert.

DüsseldorfEigentlich ist alles wie immer. Die Schäden in Japan, so hieß es nach Beben, Tsunami und Reaktorstörfall zunächst, dürften zweistellige Milliardenbeträge erreichen. Keine zwei Wochen später werden die Schäden von der japanischen Regierung auf 220 Milliarden Euro taxiert. Korrektur nach oben wahrscheinlich.

Wohl jeder Anleger erinnert sich noch an den Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007. Auch damals war von einem überschaubaren Problem die Rede, mit Schäden von vielleicht 50 bis 100 Milliarden Dollar. Daraus sind Tausende Milliarden geworden, mit nach wie vor offenem Ende.

Damals wie heute gibt es – traut man den meisten Auguren – natürlich nichts, um das sich Anleger Sorgen machen müssten. „Das Risiko der Ereignisse in Japan ist für die Weltwirtschaft nahe null“ und „der Aufwärtstrend“ an den Börsen sei „intakt“, verriet etwa Bob Doll, Chefstratege des Vermögensverwalters Blackrock, gerade dem „Handelsblatt“. Blackrock ist nicht irgendeine Klitsche, sondern managt 3560 Milliarden Dollar Kapital, davon einen Großteil in Aktien. Die Fonds der Amerikaner sind mit Abstand größter Aktionär bei den 30 Dax-Konzernen, mit mehr als fünf Prozent beteiligt an Adidas, Allianz, BASF, Bayer, Infineon, Lufthansa und Münchener Rück.

Schwergewichtige Aktienverwalter wie Blackrock warnen eher selten vor fallenden Kursen – etwa ebenso selten, wie ein Autoverkäufer seine zum Verkauf stehenden Karossen schlechtredet.

Nur wenige Experten wagen bisher eine Negativ-Prognose – wie Robert Shiller. Der renommierte Ökonom der Universität Yale, der schon den 2000er-Crash vorhersagte und früh vor der Finanzkrise warnte, hält es für möglich, dass die Atomkatastrophe Auslöser für deutlich fallende Kurse sein könnte. Nach dem Beben im japanischen Kobe von 1995 rutschten die Börsenkurse nicht unmittelbar, sondern erst später deutlich ab. Über eine solche mögliche Entwicklung „müssen wir uns auch jetzt Sorgen machen“, so Shiller.

Die Lage an den Weltbörsen, so viel ist sicher, hat sich mit dem Japan-GAU bestimmt nicht verbessert. Anleger sollten zum Teil Gewinne mitnehmen, Risiken im Depot begrenzen und möglicherweise umschichten – ohne sich jedoch aller Renditechancen zu entledigen.

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