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22.10.2013

11:56 Uhr

Mr. Dax

„Im Moment ist mir das Risiko definitiv zu hoch“

VonKatharina Schneider

Als Finanzexperte ist er bekannt. Als begeisterter Hobby-Archäologe noch nicht: Dirk Müller über eine vergrabene Burg, die Vorteile des Dorflebens – und warum Anleger die Geschichte kennen sollten.

Dirk Müller im Handelsblatt Online Interview

„Ich liebe es, zwischen den Welten zu pendeln“

Dirk Müller im Handelsblatt Online Interview: Dirk Müller: „Ich liebe es, zwischen den Welten zu pendeln“

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Dirk Müller einmal anders – nicht im Anzug und nicht an der Frankfurter Börse. Mit ihm ist Geschichte alles andere als langweilig und schnell wird klar, dass auch Anleger mit Wissen über die Vergangenheit profitieren können. Wie sie an der Börse Schnäppchen machen, warum Absicherung aktuell wichtig ist und welche Folgen die „Mutter aller Blasen“ haben könnte.

Herr Müller, als Börsenhändler, Buchautor und Mr. Dax sind Sie bekannt. Nun stehen Sie plötzlich in einer Erdgrube. Sind Sie unter die Goldgräber gegangen?

Auch das würde sicherlich Spaß machen, aber nein, hier geht es um archäologische Ausgrabungen. Das ist meine Heimatgemeinde und wir haben hier die Grundfesten einer Burg aus dem Mittelalter gefunden – und noch viel mehr, von der Steinzeit bis ins Mittelalter und bis zum Kurfürsten haben wir hier vieles entdeckt und sind dabei, die Geschichte unserer Region auszugraben.

Was genau haben Sie schon gefunden?
Besonders beeindruckend sind natürlich die Mauern der einstigen Burg Wersau. Daneben haben wir schon Werkzeuge, Münzen und über 80.000 Tonscherben gefunden, nicht zu vergessen das Holzteil einer Armbrust.

Wieso fasziniert Sie dieser Ort so sehr?
Die Geschichte der Menschen dieser Region hat sich hier abgespielt. Immer wieder haben die Generationen aufeinander aufgebaut. Er zeigt außerdem, wie sich das Verhältnis zwischen zwei Völkern wandeln kann: Um 1700 haben die Franzosen die Burg niedergebrannt. Heute treffen wir uns hier mit Vertretern unserer französischen Partnergemeinde und trinken gemeinsam Wein.

Zur Person Dirk Müller

Börse

1992 begann Dirk Müller als Börsenmakler. Fast zehn Jahre lang lag sein Arbeitsplatz direkt unter der großen Anzeigetafel mit der Dax-Kurve in der Frankfurter Börse.

Mister Dax

Die Fotografen lichteten Müller gerne vor der Kurstafel ab, denn sein Gesichtsausdruck passte meist zur Stimmung an der Börse. Die Medien verpassten ihm den Titel „Mister Dax“.

Finanzexperte

Müller kann nicht nur gute Miene zum Dax machen, sondern hat auch etwas zu den Märkten zu sagen. Er bezeichnet sich als „Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen außerhalb der Börse“.

Buchautor

Sein erstes Buch „Crashkurs“ schaffte es auf den Bestsellerlisten ganz nach oben, der Nachfolgeband „Cashkurs“ ebenfalls.2013 folgte „Showdown – der Kampf um Europa und unser Geld“.

Website

Finanzwissen vermittelt Müller auch auf seiner Informationsplattform www.cashkurs.com.

Fonds-Macher

Im April 2015 hat Dirk Müller einen Fonds unter seinem Namen auflegen lassen, den „Dirk Müller Premium Aktien Fonds“.

Warum ist Geschichte so wichtig?
Nur wer die Geschichte kennt, der versteht die Gegenwart. Deshalb ist Geschichte für mich so wichtig. Auch an der Börse kann man aus der Vergangenheit unheimlich viel lernen. Im 17. Jahrhundert hatten wir in Amsterdam den ersten großen Börsenkrach, die Panik der Tulpenblüte, das war ein riesiger Hype wie zu Zeiten des neuen Marktes, nur eben schon Jahrhunderte her. Das wiederholt sich alle paar Jahrzehnte und aus dieser Geschichte kann man lernen.

Also sollten Anleger zuerst die Geschichte studieren und dann an der Börse handeln?
Sie sollten immer schauen, was gab’s früher schon mal, denn die Mechanismen und Naturgesetze der Wirtschaft gelten zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte. Wir glauben zwar, das Rad neu zu erfinden, aber es ist immer das gleiche, nur mit anderen Radkappen drauf. Wer die Geschichte und die Mechanismen kennt, der kann aktuelle Ereignisse besser einordnen und in der heutigen Welt einen kühlen Kopf bewahren.

Woran denken Sie dabei?
Etwa die Probleme, die durch zu große Macht der Banken entstehen. Da muss man nur zurückgehen in die Jahre 1929/1930. Für den Börsencrash damals war auch die Übermacht der Banken verantwortlich. In der Folge wurde die Macht der Banken massiv beschnitten und das hatte bis in die 1980-er Jahre Bestand, aber dann hat man die Geschichte vergessen und gedacht, das passiert nicht mehr und hat genau das Gleiche aufgebaut. Doch nun sind wir wieder an dem Punkt, dass die Macht beschränkt werden muss.

Kommentare (16)

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otto15

22.10.2013, 12:23 Uhr

Quatsch - ich warte bis der Aufwärtstrend sich festigt und steige bei dax 10.000 ein

marvelmaus

22.10.2013, 12:54 Uhr

ganz schön dick geworden

Kostolany

22.10.2013, 12:54 Uhr

Wenn der Crash am Anleihemarkt da ist, dann weil die
Zinsen am langen Ende gestiegen sind. Sodann fließt
Kapital aus den Aktien in sichere , höherverzinsliche Anleihen und der Aktiencrash entsteht und keine Hausse.

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