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29.09.2015

17:31 Uhr

Munich Re

Warren Buffett baut in München ab

VonKerstin Leitel

Warren Buffett glaubt nicht mehr so recht ans Geschäft der Rückversicherer. Die Gesellschaften stünden „in der breite unter Druck“. Wohl auch deshalb verringert der Startinvestor jetzt seine Anteile an Munich Re.

Buffett trennt sich von Anteilen der Munich Re. Reuters

Warren Buffett

Buffett trennt sich von Anteilen der Munich Re.

MünchenVor einigen Wochen kam eine Nachricht aus den USA, die so manchen Experten der Rückversicherungsbranche aufhorchen ließ: Ajit Jain, Kronprinz der US-Investorenlegende Warren Buffett und Cousin des Ex-Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain, äußerte sich skeptisch zu den Perspektiven des Rückversicherungsgeschäfts. Nun folgen den Worten Taten: Buffett verkauft Munich-Re-Aktien.

Der US-Investor war seit fast genau fünf Jahren größter Einzelaktionär des Dax-Konzerns. Zuletzt hielten von ihm direkt oder indirekt geführte Gesellschaften Aktien in Höhe von rund zwölf Prozent des Grundkapitals. Jetzt wurde der Anteil auf 9,7 Prozent reduziert, wie das deutsche Unternehmen in einem kurzem Statement mitteilte.

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Die begleitenden Worte von Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider klingen schon wie ein Abschied: „Wir freuen uns, dass Warren Buffett uns viele Jahre als bedeutender Anleger begleitet hat“, lässt Schneider sich zitieren. „In der 135-jährigen Geschichte unseres Unternehmens haben wir viele Veränderungen unserer Aktionärsstruktur erlebt“. Man werde „auch zukünftig darauf achten, dass unser Aktionärskreis breit über Länder und verschiedene Anlegergruppen gestreut bleibt“.

Hintergrund für die Entscheidung von Buffett dürften die schlechten Perspektiven für das Rückversicherungsgeschäft sein. Denn wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt mischen seit einiger Zeit auch institutionelle Investoren wie Hedgefonds oder Pensionsfonds im Rückversicherungsgeschäft mit. Sie sorgen für ein größeres Angebot und damit einen stärkeren Konkurrenzkampf. Die Branche verdient zwar nach wie vor gut: Auf eine Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent dürften die Rückversicherer kommen. 2014 waren es aber noch zwölf Prozent. Die Fettpolster der Unternehmen schmelzen.

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