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16.02.2016

20:24 Uhr

Musterdepots

Abnehmender Grenznutzen

Die Europäische Zentralbank stützt die Kapitalmärkte weiterhin mit frischer Liquidität. Doch je mehr Geld die EZB in die Märkte pumpt, desto weniger Wirkung entfaltet die Maßnahme. Wie lange kann das gut gehen?

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtDas Jahr 2016 wird sicherlich – wie bereits die Vorjahre – geprägt werden durch die Verlautbarungen und die Maßnahmen der internationalen Notenbanken. Während die US-Notenbank Ende Dezember 2015 die Zinsen erhöht hat und somit sich am Beginn eines vermeintlichen Zinserhöhungszyklus befindet, gestaltet sich die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch äußerst expansiv.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Es bleibt festzuhalten, dass gerade bei der EZB der Grenznutzen der Maßnahmen massiv abgenommen hat. Äußerungen in der Öffentlichkeit – insbesondere ab dem Jahr 2015 – haben nicht mehr nachhaltige Wirkung gezeigt. Trotz umfangreicher Käufe von Staatsanleihen (Ankündigung März 2015) und nochmaliger Ausweitung des Programms (Dezember 2015) sowie einem zusätzlich Signal, das Programm noch weiter auszuweiten (Januar 2016), nehmen die Märkte solche Aussagen mittlerweile nur noch zum Anlass, eine kurze maximal mehrtägige Rally zu veranstalten.

Wie gesagt, dies scheint doch ein starkes Zeichen eines abnehmenden Grenznutzens zu sein. Die Märkte werden quasi immer „gieriger“ und erwarten immer größere und abstrusere Programme. Es bleibt abzuwarten, inwiefern diese Sehnsucht von den weltweiten Notenbanken in Zukunft gestillt werden wird.

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