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18.09.2016

13:47 Uhr

Musterdepots

Abwarten und Tee trinken

Nur noch ein Thema beschäftigt die Börsen: Am Donnerstag entscheidet die Fed über die Höhe der Leitzinsen. Wie sich die Musterdepotstrategen für das Treffen der US-Notenbanker widmen und was sie erwarten.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Diskussionen und Spekulationen um eine mögliche Zinserhöhung in den USA hat die Märkte wieder fest im Griff. Die erste Zinserhöhung nahm der zuständige FOMC-Ausschuss im Dezember letzten Jahres vor. Am Donnerstag prasselten einige Konjunkturdaten auf die Anleger ein, welche genauestens auf Anzeichen untersucht wurden, die Rückschlüsse auf mögliche Zinserhöhungen erlauben.

In Deutschland springt die Konjunkturampel des Instituts für Wirtschaft in Köln bereits auf Gelb, was die Bedeutung der amerikanischen Zahlen erhöht. Doch zuerst sprach sich die Bank of England für abwarten und Tee trinken aus. Weitere stützende Maßnahmen wurden also nicht ergriffen, was von einigen Marktteilnehmern allerdings gefordert wurde.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Schweizer Nationalbank schloss sich der Bank of England an und änderte an der aktuellen Ausrichtung nichts. Während es in England vermutlich zu weiteren Maßnahmen kommen muss, kann sich die SNB entspannt zurücklehnen. Inflation und Wirtschaftswachstum gehen in die richtige Richtung und folglich stabilisiert sich auch der Schweizer Franken wieder. 

Die Einzelhandelsumsätze in Amerika sorgten dann wieder für schlechtere Stimmung an den Märkten, denn diese legten den Rückwärtsgang ein. Und das mit minus 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat relativ deutlich. Es ist ein zweischneidiges Schwert an den Märkten. Eine starke Konjunktur bereitet Kopfschmerzen wegen steigenden Zinsen.

Eine zu schwache Konjunktur lässt zwar die Zinserhöhungsängste ersticken, aber die Stimmung schlägt dann wegen Konjunktursorgen schnell wieder ins negative. So wundert es auch nicht, dass sich Bullen und Bären an der Börse die Waage halten. Mit einem gewissen Abstand betrachtet sind solche Schwankungen normal. Wir halten es da momentan wie die Briten: Abwarten und Tee trinken.

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