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03.06.2013

19:58 Uhr

Musterdepots

Acht Prozent mit ausgewogener Strategie

Zum Start des neuen Monats sortiert das Handelsblatt seine Musterdepots neu. In der täglichen Geldanlage-Rubrik geben Redakteure ihre persönlichen Markteinschätzungen. Welche Wetten aufgingen.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Er gehört für viele Handelsblatt-Leser zum festen Ritual jedes Börsentags: Der Blick auf die Musterdepots im Geldanlageteil. Gab es Änderungen bei den Favoriten? Welche Entwicklungen beschäftigen die Autoren? Welche Schlüsse ziehen sie daraus? Und wie schlagen sie sich im Vergleich zu Dax und Co?

Etwas über ein halbes Jahr nach Start der Musterdepots gibt es jetzt erstmals größere Änderungen, nämlich neue Betreuer für zwei der drei Portfolios. Redakteur Jürgen Röder managt ab heute das spekulative Depot, sein Kollege Georgios Kokologiannis übernimmt die Verantwortung für die ausgewogene Variante.

Beide Finanzmarkt-Experten gehören bereits seit weit mehr als einem Jahrzehnt zum Redaktionsteam des Handelsblatts und verfügen über umfassende Erfahrung rund um das Thema Geldanlage. Zu ihren Kerngebieten gehört vor allem die nutzwertige Berichterstattung zu speziellen Anlageinstrumenten wie Zertifikaten und anderen Derivaten, für die beide mit Journalistenpreisen ausgezeichnet worden sind.

Der Grund für die Übergabe der Staffelstäbe innerhalb der Redaktion: Es sollen neue aussichtsreiche Ansätze vorgestellt und weitere Anregungen gegeben werden, wie sich Renditeziele erreichen lassen. Gerade wenn man bereit ist, gewisse Risiken einzugehen, wie das bei ausgewogener Ausrichtung des Depots der Fall ist und erst recht bei einem spekulativen Portfolio, können schließlich ganz verschiedene Taktiken zum Einsatz kommen.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Beim defensiven Depot hingegen bleibt alles beim Alten. Handelsblatt-Redakteurin Kerstin Leitel behält hier wie gehabt das Steuer in der Hand. Bei konservativer Geldanlage ist es sinnvoll, eine Strategie so zu wählen, dass sie langfristig durchgehalten werden kann. Häufiges Hin und Her nagt sonst zu stark an den naturgemäß niedrigeren Renditeaussichten. "Als langfristig orientierter Anleger ist es nicht mein Ziel, möglichst schnell ein- und wieder auszusteigen. Ich investiere in Wertpapiere, bei denen ich davon ausgehe, dass sie in ein paar Jahren mehr wert sind als heute", sagt Leitel.

Dass die Investmentidee funktioniert, hat die Fachfrau bisher eindrucksvoll demonstriert: Um fünfeinhalb Prozent hat sie den Wert ihres fiktiven Startkapitals von 100 000 Euro seit November gesteigert. Trotz des Erfolgs möchte sie weiter an ihrer Strategie feilen: "Eine Lehre, die ich aus den Erfahrungen der vergangenen Monate gezogen habe: Setzt man nur wenig Geld aufs Spiel, kann man auch nicht viel Gewinn machen. Um kein zu großes Risiko einzugehen, habe ich anfangs zu wenig Geld in einzelne Werte investiert, die anschließend sehr gut gelaufen sind."

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