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16.04.2015

18:43 Uhr

Musterdepots

Aktien trotz Blasen-Gefahr

Steigende Kurse sind zwar eine Freude für viele Anleger, aber nicht unbedingt für Volkswirte. Sie befürchten die Bildung von Blasen und warnen vor der Börsen-Hausse. Unsere Autoren plädieren dennoch für Aktien.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die deutschen Wirtschaftsforscher weisen in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten auf die Risiken hin, die mit einer ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank einhergehen. Allgemein geben die Volkswirte zwar zu, dass das Anleihekaufprogramm der EZB ein effektives Instrument zur Bekämpfung der Deflationsgefahr darstellt, sie befürchten aber gleichzeitig, dass dies zu einer Blasenbildung an den Aktien- und Immobilienmärkten führen kann.

Die Sorge der Ökonomen ist natürlich berechtigt, denn die 60 Milliarden Euro, die monatlich in das Finanzsystem gepumpt werden, Überschussliquidität sind und über keine Produktivbasis verfügen. Nichtsdestotrotz plädieren wir nach wie vor für die Aktienanlage. Damit die Altersvorsorgelücke in Deutschland mehr oder weniger geschlossen werden kann, sollte jeder investieren.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die guten Alternativen sind derzeit allerdings rar: Durch das Sparen wird man lange Jahre noch keine nennenswerten Renditen erzielen können. Im festverzinslichen Bereich kann man zwar immer noch interessante Wertpapiere finden, die werden aber immer seltener und sind im Durchschnitt relativ teuer im Vergleich zu Dividendenpapieren.

Immobilien in guten Lagen sind extrem teuer geworden und im Gegenzug zu Aktien mit erheblichen laufenden Kosten verbunden, die oft vernachlässigt werden. Darüber hinaus sind Immobilien von Ihrer Natur her ein illiquides Gut. Unserer Meinung nach verfügt aktuell aus langfristiger Altersvorsorge-Sicht kein anderes zugängliches Investment über ein besseres Chance-Risiko Verhältnis als die Beteiligung an Produktivkapital - Aktien.

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