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26.03.2017

19:30 Uhr

Musterdepots

Alle Augen auf die USA

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer sagt, dass Trumps Einfluss auf die Börsen überschätzt wird.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Erst trieb Donald Trump angeblich die Kurse, weil sich Börsianer vom neuen US-Präsidenten gigantische Konjunkturprogramme und Steuersenkungen erhofften. Jetzt soll Trump dafür verantwortlich sein, dass die Kurse nur noch lahmen. Ist der Einfluss des streitbaren Präsidenten wirklich so groß? Vielleicht liefen Aktien lange Zeit einfach deshalb nur so gut, weil es in den Nullzinszeiten keine wirkliche Alternative gibt – vor und nach der US-Wahl. Und jetzt dümpeln die Kurse nur noch dahin, weil in etwa gleiche viele Anleger verkaufen (Gewinnmitnahmen) und (mangels Alternative) kaufen.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Unser Musterdepot hat einen klaren Fokus auf europäische Aktien. Dies wird zu 70 Prozent über Einzeltitel und zu etwa 18 Prozent über wikifolio-Zertifikate realisiert. Die verbleibenden zwölf Prozent sind in das „ROGO US Value“-wikifolio von Paul Rogojan sowie in das „ETF-Werte des ICAX“-wikifolio von Uwe Freier investiert und bilden unser Exposure in der größten Volkswirtschaft der Welt - USA. Ein US-Exposure zwischen zehn und 15 Prozent stellt eine strategische Position dar und wird seit Auflage des Musterdepots gehalten. Die Produktivität, die Flexibilität und die Innovationskraft der US-amerikanischen Volkswirtschaft sprechen für eine langfristig positive Entwicklung der Aktienmärkte jenseits des Atlantiks.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

„Dividenden sind der neue Zins“, so oder ähnlich klingen die Schlagzeilen in den Medien. Allerdings erwecke dies auch den Eindruck, dass Dividenden-Titel so sicher wie Anleihen seien. Dies sei nicht der Fall. Das Interesse an Dividendenstrategien ist dennoch hoch. Eines der bekanntesten Anlagekonzepte, das den Fokus auf Ausschüttungen richtet, ist die Dogs-of-the-Dow-Strategie. Wir erweitern dieses Grundkonzept mit Nachhaltigkeitskriterien, um sowohl Risiken zu reduzieren als auch die Qualität des Portfolios zu steigern. Wir verfolgen das Ziel konstante, langfristige Erträge zu erzielen, die einem Investor den guten Schlaf ermöglichen soll.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

27.03.2017, 11:37 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

Trump hat ein sehr umfangreiches Wirtschaftsprogramm. Es ist bei Google leicht nachzulesen. Sie und Ihre Medienkollegen erwähnen stets nur, dass die Unternehmenssteuern von 35 % auf 15 % gesenkt und 1 Billion Dollar in die Infrastruktur investiert werden soll. Aber das ist nur die Hälfte des Programms. Mit dazu gehört auch, dass die heimische Wirtschaft durch Einfuhrzölle von der bösen Auslandskonkurrenz geschützt werden soll, dass kostentreibende Umweltschutzauflagen abgebaut werden sollen, die Regulierung der Banken zurückgefahren wird, das fracking zu Lasten der Natur erleichtert wird (billiges Öl) und vieles andere mehr.

Abgesehen von Ihrer persönlichen Meinung ist es völlig unstrittig, dass dieses Trumpsche Wirtschaftsprogramm in den Augen der Börsianer traumhaft schön ist und die Kurse der US-Aktien
und der europäischen Werte in lichte Höhen getrieben hat. Ebenfalls Allgemeingut ist, dass die Abstimmungsniederlage bei "Obamacare" Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit des Präsidenten geweckt hat.

Dass die Null-Zins-Politik der Zentralbanken zur Umschichtung von zinslosen Anleihen, Festgeldern, Sparbüchern, usw. in Aktien führen würde, glaubten vor Jahren einige unserer berühmten "Strategen". Doch die erwartete Umschichtung ("rotation") blieb aus. Dass dem so ist, können Sie in den Medien täglich nachlesen. Auch in Ihrem Blatt gibt es zum Thema Umschichtung keinen einzigen Bericht. Wenn Sie wollen, können Sie auch beim Deutschen Aktieninstitut einmal anrufen.

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