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31.05.2015

17:35 Uhr

Musterdepots

Alle Blicke auf die griechischen Banken!

Was beim Tauziehen zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern außer Acht gelassen wird, sind die hellenischen Banken. Eine Einigung müsse auch den Athener Finanzsektor beinhalten, findet Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Während Griechenland und die Institutionen (ehemals: Troika) weiter um eine Lösung im Schuldenstreit ringen, spitzt sich die Situation bei den griechischen Banken weiter zu. Bereits seit dem 11. Februar können griechische Staatsanleihen nicht mehr bei der Europäischen Zentralbank als Sicherheit hinterlegt werden, so dass die griechischen Geschäftsbanken auf Notkredite ihrer Zentralbank angewiesen sind. Diese sind jedoch teurer als die reguläre Finanzierung über die EZB, was die Gewinne der Institute belastet.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zudem lag der Anteil an notleidenden Krediten in Griechenland bereits im dritten Quartal 2014 bei rund 34 Prozent aller Kredite, neuere Zahlen zeigen, dass sich die Situation zuletzt nicht verbessert hat. Und vor dem Hintergrund der Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der möglichen Einführung von Kapitalverkehrskontrollen gehen immer mehr Griechen auf Nummer sicher und ziehen ihre Einlagen bei den heimischen Banken ab.

Allein im April wurden Agenturberichten zufolge fünf Milliarden Euro von Konten abgehoben, in den drei Monaten zuvor sind unseren Berechnungen nach 21,7 Milliarden Euro abgeflossen. Dieser Negativ-Trend bei den Einlagen ist allerdings nicht neu, er hat sich aber seit der Wahl der neuen Regierung in Athen massiv verstärkt. Sollten sich Griechenland und die Institutionen auf weitere Hilfszahlungen einigen, dann müsste ein mittelfristig sinnvoller Plan unseres Erachtens auch die Rekapitalisierung des Bankensektors umfassen, die die Kosten der Rettungsaktion nochmals in die Höhe treiben wird.

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