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27.01.2016

20:44 Uhr

Musterdepots

Alles muss raus – tatsächlich?

Erst prescht die Royal Bank of Scotland vor, jetzt ein US-Investmentexperte. Sie raten, jetzt am besten alle Wertpapiere zu verkaufen. Die Musterdepots folgen diesem Rat aber nicht.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Frankfurt am MainEin weiterer renommierter Fachmann stellt sich jetzt hinter den derzeit wohl radikalsten Ratschlag für Aktionäre: Alles verkaufen. Es sei Zeit sich vollständig aus dem Markt zurückzuziehen, hat David Stockman in einem CNBC-Interview gesagt.

Der vor allem im anglo-amerikanischen Raum bekannte ehemalige US-Politiker und Investmentexperte warnt davor, dass die Geldflut der Notenbanken rund um den Globus eine gigantische Kreditmarktkrise geformt habe. Es werde Jahre dauern, dieses Problem zu beheben. Die Börsen stünden vor einem „donnernden Reset“.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zuvor hatten bereits Experten der Royal Bank of Scotland mit einem ähnlichen Verkaufs-Appell an ihre Kunden für Aufsehen gesorgt. Das was nun komme, werde schlimmer als alles, was man bisher an den Finanzmärkten erlebt habe, so die Strategen der größten Bank Schottlands.

Ich halte solche Crash-Prognosen für völlig überzogen. Natürlich sind auch noch heftigere Kursrückgänge als die Verluste der vergangenen Wochen möglich – meiner Überzeugung nach aber höchstens vorübergehend. Fed-Chefin Janet Yellen wird den Teufel tun und riskieren, dass die Hausse, die die US-amerikanische Zentralbank jahrelang regelrecht erzwungen hat, in einen Absturz mündet und die Wirtschaftserholung beendet.

Im Zweifelsfall werden die US-Notenbanker nicht zögern und den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik kurzerhand wieder einkassieren. Konkret: Der nächste Zinserhöhungsschritt wird dann auf den Sanktnimmerleins-Tag verschoben und stattdessen die Bilanzsumme der weltweit einflussreichsten Zentralbank weiter aufgebläht.

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