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02.12.2014

20:40 Uhr

Musterdepots

An der Börse gibt es keine Saisonmuster

Börsenregeln gibt es wie Sand am Meer. Das Problem ist: nur die wenigsten stimmen. Vor allem bei der Jahresendrally sind Zweifel angebracht, so Musterdepot-Autor Daniel Hupfer. Die Portfolios im Überblick.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Besonders zum Jahresende kehrt sie mit Sicherheit wieder, die Diskussion um den Saisoneffekt und die Frage, ob es wieder einmal eine Jahresendrally geben wird. Dahinter steht die bei vielen Marktteilnehmern anzutreffende Überzeugung, dass der Aktienmarkt, ähnlich wie die Jahreszeiten, wiederkehrenden Schwankungen und Regelmäßigkeiten ausgesetzt sei, die sich ausnutzen ließen. Wir haben dieses getestet und kommen zu dem Ergebnis, dass das Bild für Saisonmuster weniger eindeutig ist, als es unter Anlegern immer wieder gehandelt wird.

International scheint eine bessere Kursentwicklung in den Monaten November, Dezember und Januar regelmäßig wiederzukehren und nicht nur dem Zufall geschuldet zu sein. Doch gerade in Deutschland sind Saisoneffekte in einzelnen Monaten deutlich weniger ausgeprägt, als es viele Kommentatoren immer wieder herausstellen. Von daher belassen wir unsere Aktienquote im Depot bei etwa 65 Prozent. Eine Aufstockung planen wir derzeit nicht.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Eine erstaunlich eindeutige Bestätigung ergeben unsere Berechnungen für die Vermutung, dass die Wintermonate eine bessere Wertentwicklung am Aktienmarkt mit sich bringen als die Sommermonate. Während die Wintermonate in vier betrachteten Indizes eine monatliche Wertentwicklung von durchschnittlich mehr als einem Prozent aufwiesen, blieben die Sommermonate mit einer Wertentwicklung von maximal 0,2 Prozent deutlich dahinter zurück.

Unseren Berechnungen nach ist es sehr unwahrscheinlich, dass es sich dabei nur um einen Zufall handelt. Ausreißer ist einmal mehr der Dax, bei dem die Saisoneffekte auch hier am schwächsten ausgeprägt sind. International sehen wir die alte Börsenregel „Sell in May and go away“ jedoch ganz klar als bestätigt an. Aktieninvestoren können durchaus als grobe Entscheidungsregel im Sommer die Aktienrisiken im Portfolio reduzieren und in den Wintermonaten tendenziell erhöhen.

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