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17.05.2017

10:16 Uhr

Musterdepots

„An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil“

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Ulf Sommer erinnert an eine bekannte Anlegerweisheit.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

„An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil“, sagte schon bereits Star-Investor André Kostolany. Das gilt in diesen Zeiten auch für den Ölpreis. Aktuell werden steigende Kurse an den Aktienmärkten mit höheren Ölpreis begründet. Das ist möglich, wenn höhere Kurse auf eine brummende Weltkonjunktur hinweisen. Doch in diesem Fall soll das Angebot verknappt werden, die großen Produzenten Saudi-Arabien und Russland haben sich darauf schon geeinigt.

Vermutlich werden wir bald das Gegenteil lesen: Fallende Aktienkurse werden mit steigenden Ölpreisen begründet.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Der Portfoliomanager Sebastian Reese hat einen Kommentar zu seinem „SR wisdom capital spekulativ“-Wikifolio verfasst. Grundsätzlich wird mit über 90 Prozent Liquidität eine defensive Aufstellung beibehalten. Der Rest des Portfolios investiert in Indexfonds und Minenwerte. Vergangene Woche haben sich diese Positionen sehr gut entwickelt, auch gegenüber den Edelmetallpreisen.

Mit anderen Worten: Die Minenwerte haben in den letzten Tagen besser abgeschnitten als die Preise für die geförderten Edelmetalle. Zur Erinnerung: Wir haben keinen Einfluss auf die Wikifolios, nur auf unsere Auswahl.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Der jüngst veröffentlichte ZEW-Index dokumentiert zuversichtliche Konjunkturerwartungen der Finanzexperten. Diese sind im Mai nochmals gestiegen. Daher überrascht es nicht, wenn die Aktienmärkte weiterhin auf hohem Niveau seitwärts tendieren.

Wir sind derzeit sehr zufrieden mit unserem Depotwert Roche Holding – auch vor dem Hintergrund der Dividendenausschüttung in Höhe von 8,20 Schweizer Franken und dem Kursanstieg von mehr als 14 Prozent seit Anfang dieses Jahres. Wir bleiben investiert, da unser Kursziel von 277 Schweizer Franken noch nicht erreicht ist.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

17.05.2017, 16:14 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

wer redet denn über den Einfluss der Ölpreise auf die Aktienkurse? Vielleicht die Lokführer? Ich glaube eher, dass es die sogenannten "Anlageexperten" der Bankhäuser sind. Endlich haben Sie einmal offenbart, was diese Herren für einen Unsinn reden.

Dessen ungeachtet machen die Handelsblattredakteure von dem angeblichen know how der "Anlageexperten" regen Gebrauch. Es gibt kaum eine Frage, an die sich die Redakteure selbst herantrauen. Lieber fragen sie 5 Experten.

Aus der Sicht des Lesers klingt das dann so: "Herr X von der Z-Bank hat gesagt,..." Pech, dass kein einziger Leser den Herrn X kennt. Also ist man auf Mutmaßungen angewiesen. Wer mag Herr X bloß sein? Hat er irgendwann etwas geleistet? Oder kann man ihn nur zur Beantwortung von Handelsblatt-Anfragen gebrauchen?

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