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27.03.2014

20:18 Uhr

Musterdepots

Anleger im Dividenden-Rausch

Um Aktionäre zu locken, erhöhen viele Unternehmen ihre Dividende, einige sogar bei fallenden Gewinnen. Warum das nicht gut geht, weiß Georgios Kokologiannis. Daniel Hupfer allerdings warnt vor übertriebener Panik.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Dividendenstarke Aktien sind derzeit angesagt. Das wissen auch die Konzernchefs und halten Anteilseigner mit hohen Gewinnbeteiligungen bei Laune. Im vergangenen Jahr wurde weltweit die Rekordsumme von über einer Billion US-Dollar ausgeschüttet. Und auch in diesem Jahr freuen sich Aktionäre über meist höhere Zahlungen – selbst wenn sie nicht immer fundamental gerechtfertigt sind.

Das ruft Experten auf den Plan. So warnt jetzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock die großen US-Unternehmen davor, über Dividendenzahlungen und Aktienrückkaufprogramme ihr künftiges Wachstum zu vernachlässigen. „Zu viele Unternehmen haben Investitionen gekürzt und sogar Schulden erhöht, um Dividenden anzuheben und Aktienrückkäufe zu erhöhen“, gibt Blackrock-Chef Laurence Fink zu bedenken.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch hierzulande eilen die Dividendenzahlungen der Gewinnentwicklung davon: So ist beispielsweise die  Ausschüttungsquote im Dax von 43 auf 45 Prozent gestiegen. Viele Firmen erhöhen ihre Dividenden munter weiter, obwohl die Erträge überhaupt nicht mehr wachsen.

Nur einige der jüngsten Beispiele: Der weltweit führende Modekonzern Inditex schüttet mehr aus, obwohl das Betriebsergebnis praktisch stagniert. Und der deutsche Technologiekonzern Jenoptik will sogar trotz eines Rückgangs der Gewinne mehr Dividende an seine Aktionäre zahlen.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, droht aus der vermeintlich cleveren Dividendenstrategie langfristig ein Boomerang für Anleger zu werden. Wir lernen: Ausschüttungsstarke Aktien sind nicht per se besser als andere Wertpapiere. Wer mit seinem Portfolio dauerhaft auskömmliche Renditen erzielen will, sollte sich nicht nur auf Börsenweisheiten und Anlagetrends verlassen, die gerade en vogue sind.

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