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12.08.2014

19:59 Uhr

Musterdepots

Anleger sollten in den Urlaub fahren

In einer solch heißen Marktphase rät Alexander Kovalenko investierten Anlegern das gute Wetter zu nutzen und den Märkten fern zu bleiben. Und zur Beruhigung hat die EZB auch schon Geldspritzen verschrieben.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die aktuelle Eintrübung des Konjunkturhimmels in Deutschland sehen wir als kurze Delle an. Spätestens mit dem Beginn der EZB- Kreditpaketkäufe, die die Bankbilanzen im Euroland entlasten, wird zu einer Belebung des Privatkreditmarktes führen. Das wird und muss ganz Euroland wirtschaftlich auf die Beine helfen. Nur eine nachhaltig stabile Wirtschaft kann uns wieder zur Zinsnormalität  zurückführen.

Auf dem Weg dorthin wird es auch viele negative Überraschungen geben. Davor ist man als Aktionär nie sicher, deshalb sollte man nur stabile Geschäftsmodelle neu einkaufen, die einen gewissen Abschlag zum ermittelten fairen Wert aufweisen. Value-Investoren nennen das Sicherheitsmarge. Und man sollte langfristig investiert bleiben. So wählen wir auch unsere Einzelaktien aus.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Aktienanleger, die in europäischen und deutschen Titeln investiert sind, erleben in den letzten  Wochen keine besonders gemütlichen Zeiten. Unsere Empfehlung an die Privatinvestoren, die über ein vernünftiges langfristig eingerichtetes Aktienportfolio verfügen: In den Urlaub fahren! Die Jahreszeit passt ganz gut und es wird viel Nerven schonen.

Ganz im Ernst: Das schlimmste, was einem Privatanleger passieren kann, ist der Verkauf der Wertpapiere mitten in der Korrektur. Denn das perfekte oder nur gute Timing ist auf Dauer nicht möglich! Die emotionslose Statistik beweist, wie unglücklich ein durchschnittlicher Anleger agiert: Die US-amerikanischen Aktien sind im Zeitraum zwischen 1992 und 2011 um 7,8 Prozent per Annum gewachsen, die internationalen Aktien um 4,5 Prozent und der Anleger kommt nur auf 2,1 Prozent.

Zum Großteil ist dies dadurch bedingt, dass man irgendwann zu nervös wird und billig verkauft, um später deutlich teuer einzukaufen. Nur derjenige, der langfristig in Aktien investiert bleibt, kann von dieser wunderbaren Sachwert-Assetklasse profitieren. Bei folgenden wikifolios gab es Veränderungen: ETF-Werte des ICAX – Bei Linkedin, Dandang und Xing kam es zu Gewinnmitnahmen. Nachkäufe gab es bei Twitter, Tipp24 und Tomorrow. Kurschancen bei Turnaround-Kandidaten  - Air Berlin wurde weiter reduziert. USD Opportunities - Nachkäufe gab es bei Ross Stores, Disney und Autozone. Elli Lilly wurden verkauft.

Kommentare (2)

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Herr peter Spirat

12.08.2014, 20:29 Uhr

Wer wirklich Value aktien hat und das auch im lohnenswerten Umfang, sollte vorher UNBEDINGT sein Depot absichern.
---------- Hedgen ---------------

Alles andere anzuraten ist unseriös!

Frau Miriam Valladolid

13.08.2014, 11:40 Uhr

Zertifikate im Jahr 5 n. LB (nach Lehman Brothers) bereits wieder als harmlos darzustellen, insb. dieses Papier in der jetzigen Marktlage, verlangt einige Dreistigkeit.

Dann erklären Sie dem Anleger doch mal, was ein zero strike call und ein down&out put sind. Und wie sich das Risiko ändert, wenn die Bonusrendite
aus Aufgeld besteht...

Das vorgeschlagene Wkn PA0E8B hat nur einen geringen Puffer von 11% zur bereits getesteten Unterstützung bei 8.900, Seitwärtsrendite 11%.

Unter Risikogesichtspunkten ist das Papier kaum hilfreich.

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