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29.01.2017

19:24 Uhr

Musterdepots

Anleger sollten nicht zu optimistisch sein

Nachhaltiger Gewinnschub für die US-Konzerne? Depotstratege Georgios Kokologiannis ist skeptisch. Sönke Niefünd würde derweil eine Kurskorrektur bei Siemens zum Einstieg nutzen. Die Musterdepots.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Aktien an der Wall Street sind zwar im Verhältnis zu der bisherigen Geschäftsentwicklung der US-Unternehmen extrem teuer. Doch wegen einer sich abzeichnenden deutlichen Aufwärtswende bei den Firmengewinnen wird sich die Überbewertung mit der Zeit wieder normalisieren. So in etwa lautet die Argumentation der meisten Optimisten an der weltweit richtungsweisenden Börse.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch das dürfte sich als Wunschdenken herausstellen: Neusten Daten zufolge ist Die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2016 zu dem schwachen Wachstum zurückgekehrt, das seit dem Ende der Rezession Mitte 2009 die meiste Zeit zu beobachten war. Zudem ist der Auftragseingang bei Investitionsgütern im Dezember überraschend gesunken. Woher der erhoffte nachhaltige Gewinnschub in den Bilanzen kommen soll, bleibt mir schleierhaft.

Wie das Handelsministerium in den USA im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,9 Prozent – deutlich geringer als Volkswirte mit 2,2 Prozent erwartet hatten. Im dritten Quartal war das BIP noch um 3,5 Prozent gewachsen. Laut Daten des Informationsdienstes Reuters bleibt die mittlere Wachstumsrate der Konjunkturerholung damit auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens 1949.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

30.01.2017, 16:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

an der Börse gibt es stets viele Argumente Pro und Kontra. Nehmen Sie beispielhaft ihre eigene sehr skeptische Einschätzung des US-Wirtschaftsaufschwungs. Aber in einem der vorherigen Artikel berichteten Sie über eine "Kaufwut" an den US-Börsen. Zusammen genommen bedeutet dies, die Leute schätzen die Perspektiven völlig falsch ein.

Was zählt nun? Ihre vielleicht richtigen Argumente? Oder die vielleicht falschen Kaufentscheidungen Hunderttausender? Also der Anleger interessiert sich für Kurse. Für ihn zählen nur die künftigen Kaufentscheidungen. Diese einzuschätzen ist Aufgabe von Charttechnikern. Vielleicht lesen Sie in Ihrem Blatt einmal den heutigen Artikel "Der DAX steigt auf über 13 000 Punkte". Das ist die einhellige Einschätzung von 4 namhaften befragten Charttechnikern.

Die Herren haben die Vorstellung, dass sich der Kursaufschwung bis in die Sommermonate hinein fortsetzt und zu einer Übertreibung führt, die auf Dauer gesehen nicht haltbar ist und in der zweiten Jahreshälfte korrigiert wird. Soweit die Charttechniker.

Denkbar ist natürlich auch, dass die Hoffnungen auf einen US-Wirtschaftsaufschwung sehr rasch an Strahlkraft verlieren. Damit wäre das Ende des Börsenaufschwungs sehr viel früher eingeläutet.

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