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25.04.2016

18:50 Uhr

Musterdepots

Auch am Anleihemarkt ist Nervenstärke gefragt

Es ist jetzt fast genau ein Jahr her, dass die Renditen am Rentenmarkt ohne eine nennenswerte Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds rasant anstiegen – eine Entwicklung, die Anlegern noch immer in den Knochen steckt.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

DüsseldorfDie seit geraumer Zeit zu beobachtenden sehr niedrigen Inflationsraten, verbunden mit gleichzeitig sehr geringen Wachstumsraten, sind der Hauptgrund dafür, dass nicht nur die EZB sondern auch viele andere Notenbanken die Zinsen immer weiter gesenkt haben. In den OECD-Ländern lag die Inflationsrate im Februar 2016 gerade einmal bei 1,0 Prozent, der Median der Preissteigerungsrate von 67 Ländern, von denen wir Inflationsdaten zur Verfügung haben, lag sogar nur bei 0,6 Prozent.

Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Median des Leitzinses von 42 verschiedenen Ländern zuletzt auf gut zwei Prozent gesunken ist. Nichtsdestotrotz können sich die Renditen am Rentenmarkt aber zumindest temporär von den fundamentalen Rahmenbedingungen, die die Geldpolitik vorgibt, abkoppeln.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So ist es jetzt fast genau ein Jahr her, dass die Renditen am Rentenmarkt ohne eine nennenswerte Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds rasant anstiegen – eine Entwicklung, die gerade institutionellen Anlegern immer noch in den Knochen steckt. Mitte April 2015 war die Rendite für 10- jährige Bundesanleihen bis auf 0,05 Prozent gesunken, und fast niemand rechnete damals mit einer deutlichen Veränderung. Diese kam aber dann doch und zwar mit Vehemenz: Anfang Mai war die Rendite schon auf 0,6 Prozent und Anfang Juni 2015 dann auf rund 1,0 Prozent angestiegen.

Was sich vergleichsweise harmlos anhört, hatte dennoch gravierende Konsequenzen für die Wertentwicklung: 10-jährige deutsche Staatsanleihen verloren innerhalb dieses Zeitraums acht Prozent an Wert.

Wer vor dem Renditeanstieg in noch längere Laufzeiten investiert hatte, erlebte einen wahren Crash. So verlor eine Bundesanleihe mit 30-jähriger Restlaufzeit in acht Wochen sogar 25 Prozent an Wert. Man vermutet heute, dass große Verkaufsorders aus Asien, vor allem aus China, diese Entwicklung ausgelöst haben und dass dann immer mehr Anleger zur Begrenzung ihrer Verluste auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind.

Da sich aber am fundamentalen Umfeld nichts änderte, erwies sich das Ganze als relativ kurzer Spuk, denn ab dem Spätsommer begannen die Renditen wieder zu sinken – und das bis zum heutigen Tag.

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