Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2017

18:02 Uhr

Musterdepots

Auch Analysten können sich irren

Georgios Kokologiannis interpretiert die aktuellen Dax-Prognosen der Banken. Alexander Kovalenko freut sich derweil über zwei französische Aktienwerte und Sönke Niefünd glaubt an Chinas Wachstum.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

9.752 Dax-Punkte: So lautet im Schnitt die Prognose von 23 Banken für den tiefsten Stand, auf den der deutsche Aktienindex bis Ende dieses Jahres mindestens einmal zurückfallen wird. Bezogen auf das aktuelle Kursniveau von knapp 11.600 Zählern entspricht das einem Verlust von zeitweise 16 Prozent, den Anleger demnach in den kommenden Monaten aussitzen werden müssen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Einzelne Institute rechnen sogar mit einem Sturz auf bis zu 9.000 Punkte. Da aber Analysten aktuellen Erhebungen zufolge seit mindestens 15 Jahren im Schnitt meist zu positive Jahresprognosen veröffentlichen, könnten auch 2017 die Aktienkurse tiefer nach unten ausschlagen, als es sogar die Pessimisten erwarten.

So wie im vergangenen Jahr: Damals brach der Dax im Februar bis auf 8.699 Zähler ein. Damit lag der Index knapp 1.000 Zähler unter dem im Schnitt prognostizierten Tiefstand für 2016. Die Analysten hatten im Mittel erwartet, dass der Dax 2016 zu keinem Zeitpunkt unter 9.710 Stellen sinken würde. Kein einziger hatte einen Rutsch unter 8.700 Stellen für möglich gehalten.

Da das Musterportfolio derzeit vollständig gegen Börseneinbrüche abgesichert ist, würde es selbst solche extremen Marktphasen schadlos überstehen. Mehrere Depotpositionen legen tendenziell an Wert zu, wenn Dax und Euro Stoxx 50 ihren jüngsten Höhenflug beenden und kompensieren damit Verluste anderer Portfoliobestandteile.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

11.01.2017, 11:52 Uhr

@ Depot Georgios Kokologiannis

Schön, dass Sie sich einmal kritisch mit den Prognosen der Banken beschäftigen. Aber dann gibt es einen Satz, der mich aufhorchen läßt. Die Rede ist davon, dass Anleger möglicherweise einen Verlust von zeitweise 16 % werden aussitzen müssen.

Dieses "Aussitzen müssen" hängt ab vom Anlagestil. Wer dem Stil von Kostolany folgt (Schlaftabletten nehmen) und an den Märkten alle Geschehnisse nur passiv verfolgt, muß alle Verluste aussitzen.

Aber mittlerweile haben viele Anleger gelernt, was das tägliche Brot eines Fondsmanagers ist: Bei einem antizyklischen Investitionsverhalten werden Teilverkäufe getätigt, wenn ein Einzelwert oder ein Index sehr gut gelaufen ist. Vielleicht 20 oder 30 % des Depotwertes werden dann fortan in cash gehalten. Kommt es dann im Laufe des Jahres an den Börsen zu einem tieferen Einbruch, ist dies die Zeit für günstige Aktienkäufe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×