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17.02.2016

20:13 Uhr

Musterdepots

Auch die Fed kann sich irren

Hat die US-Notenbank die Leitzinsen im Dezember verfrüht angehoben? Einiges spricht für diese These. Daher erwartet eine ganze Reihe von Experten, dass die Fed diese Entscheidung demnächst korrigieren wird.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDie jüngste Erholung an den Aktienbörsen spiegelt vor allem wider, dass die Marktakteure ein vorzeitiges Ende der US-Zinswende einkalkulieren. Die Erhöhung der Leitzinsen in den USA um 25 Basispunkte im vergangene Dezember kristallisiert sich immer offensichtlicher als Fehler heraus. Wichtige Wirtschaftsindikatoren signalisieren zunehmend Abschwächungsrisiken für die Konjunktur.

So sind etwa die Auftragseingänge für Investitionsgüter in der weltweit größten Volkswirtschaft zuletzt mehr als achtmal stärker zurückgegangen, als es Experten vermutet hatten. Die US-Notenbank Fed hat es zuvor schlicht versäumt, frühzeitig mit der geldpolitischen Normalisierung zu beginnen - als die Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem weniger ausgeprägt waren als inzwischen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Schon im Dezember deuteten Frühindikatoren darauf, dass der schwächere Welthandel im US-Fertigungssektor seine Spuren hinterließ und der Aufschwung in den USA auf wackeligen Fundament gebaut ist. Die Entscheidung der Fed, trotzdem die Leitzinsen anzuheben, hatte lediglich zum Zweck, die Glaubwürdigkeit der Notenbanker zu wahren, die diesen Schwenk monatelang immer wieder in Aussicht gestellt hatten.

Dass die Verantwortlichen diesen Schritt inzwischen bereuen dürften, zeigen aktuelle Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen, die nun jüngst bei einer Rede plötzlich wieder konjunkturelle Risiken herausstellte. Die Botschaft dahinter an die Finanzmärkte: Es wird keine echte Zinswende geben. Manch ein Experte schließt derweil sogar eine Wiederaufnahme der Anleihekaufprogramme („QE“) nicht aus, falls die Nervosität der Investoren weiter zunehmen sollte.

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