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30.06.2016

18:08 Uhr

Musterdepots

Auf dem falschen Fuß erwischt

Eine Woche nach dem Brexit-Votum ist an den Märkten etwas Ruhe eingekehrt. Doch die Unsicherheit bleibt bei Anlegern das Hauptgesprächsthema – was heißt das für die Altersvorsorge und was wird aus den Schwellenländen?

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Das britische Referendum könnte für Europa zu einem der wichtigsten Wendepunkte der jüngeren Geschichte werden. Denn die Tatsache, dass in Großbritannien knapp über die Hälfte der Bevölkerung von der Idee begeistert werden kann, die größte Wirtschaftsregion der Welt zu verlassen, in der etwa 50 Prozent des Welthandels abgewickelt werden, spricht Bände.

Irgendetwas muss fundamental schief gelaufen sein, wenn das friedensstiftende Projekt Europa immer weniger Begeisterung hervorruft, sondern ganz im Gegenteil neue Konflikte und Spannungen auslöst.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dabei ist Großbritannien kein Einzelfall. Käme es beispielsweise in Frankreich zu einem ähnlichen Referendum, wäre der Ausgang alles andere als eindeutig. Die Bertelsmann-Stiftung hat eine Umfrage durchgeführt, nach der nur 52 Prozent der Franzosen in einem französischen Referendum für einen Verbleib wären, und auch in Italien sieht die Zustimmung mit einem Wert von 54 Prozent nicht viel besser aus.

Es ist auch nicht besonders vertrauensfördernd, wenn nur 41 Prozent der Franzosen weiterhin Großbritannien als Mitglied in der EU wünschen.

Selbst in Deutschland hält sich die Begeisterung für eine EU-Mitgliedschaft Großbritanniens in Grenzen; nur 54 Prozent der Deutschen wünschen einen Verbleib. Daneben gewinnen in ganz Europa immer mehr Parteien Auftrieb, die eine prinzipiell destruktive Haltung gegenüber EU-Institutionen einnehmen.

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