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21.12.2015

18:43 Uhr

Musterdepots

„Bankaktien schließen wir aus“

Eigentlich stehen sie bei Fondsmanagern hoch im Kurs: Aktien von Technologieunternehmen und Banken. Doch vor allem letztere kommen für unseren Autor Alexander Kovalenko nicht in Frage. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die aktuelle Umfrage von Bank of America Merrill Lynch unter den Fondsmanagern zeigt sehr interessante Ergebnisse. Wenn man sich die Branchenpopularität anschaut, stellt man fest, dass die Banken, die Technologiewerte sowie die Immobilieninvestitionen stark bevorzugt sind. Auf der anderen Seite findet man die Energie- und Rohstofftitel sowie die Versorger, die aktuell von den Anlagenprofis überwiegend gemieden werden. Was bedeutet dies für unser Musterdepot?

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Bankenaktien werden generell von unserem Anlageuniversum ausgeschlossen, da wir die Bilanzen der Finanzinstitute mit Ausnahme von Versicherern als intransparent und schlecht analysierbar ansehen. Wir halten auch keine Technologiewerte, welche in der Regel einfach zu teuer sind und von unserem bewertungsorientierten Filter aussortiert werden. Dagegen befinden sich im Aktienkernportfolio zwei Vertreter der Öl- und Gasbranche, zwei Versorger sowie jeweils ein Minenbetreiber und ein Stahlkonzern.

Daneben sind wir in der Automobilbranche, dem Telekom- bzw. Unterhaltungssektor, dem Konsumgüterbereich, der Bau- und der Versicherungsbranche investiert. Unter der Berücksichtigung der signifikanten Präsenz der unbeliebten Sektoren mag dies verrückt klingen, wir sind aber mit unserer Portfolioaufstellung zufrieden. Unseres Erachtens bergen gerade antizyklische Investments ein erhebliches Outperformance-Potential. Solange die bereits aufgelaufenen bzw. potentiellen Verluste aus dem Rohstoffsektor durch die gute Entwicklung der anderen Investments überkompensiert werden können, werden wir auch auf dieses antizyklische Potential nicht verzichten.             

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