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14.09.2014

15:12 Uhr

Musterdepots

Besser als der Profi

Der Öl-Preis stürzt ab, ein Einstieg scheint verlockend. Doch Georgios Kokologiannis betont: Eine Wette gegen den Markt ist eine Wette gegen Experten. Und Daniel Hupfer erkennt ein Muster im Weltwirtschaftswachstum.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wer in den vergangenen Wochen wegen der Krisen in der Ukraine und in Nahost auf steigende Ölpreise setzte, hat sich gehörig verspekuliert. Die Talfahrt der Notierungen setzt sich fort: Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt fünf Tage in Folge deutlich weniger als einhundert US-Dollar – so günstig zu haben, war der weltweit wichtigste Rohstoff seit zwei Jahren nicht mehr.

Wundern dürften sich über diese Preisentwicklung allerdings nur Amateuranleger und Hobbyspekulanten: Schon seit dem Frühsommer signalisierten die Terminmärkte, dass Profis mittelfristig sinkende Preise erwarten. So kostete damals Öl zur Lieferung im August weniger als der Juli-Kontrakt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Und für die folgenden Liefertermine wurde Öl Monat für Monat fast einen weiteren Dollar tiefer gehandelt. Jede Investition in Erdöl war damit eine Wette gegen den Markt.

Nach Einschätzung der meisten professionellen Rohstoffinvestoren sind die geopolitischen Risiken offenbar ausreichend eingepreist. Dazu kommt die Spekulation auf eine weiter steigende Förderung in den USA – und ein mehr als reichliches Angebot auf dem Weltmarkt. Gerade erst hat die Internationale Energieagentur IEA in Paris die Nachfrageprognose wegen einer niedrigeren Wirtschaftsleistung in China und Europa für das laufende Jahr um 150 000 Barrel täglich gekürzt.

So verlockend also der aktuell nur noch zweistellige Ölpreis auch ist: Nur wer sich anmaßt, die aktuelle Marktsituation besser einschätzen zu können als professionelle Händler, sollte ein Engagement wagen. Für das Musterdepot ist Rohöl daher weiterhin keine Option.

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