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26.04.2016

18:19 Uhr

Musterdepots

Bilanzsaison steht im Fokus

In den USA ist die Berichtssaison für das erste Quartal in vollem Gang. Auf den ersten Blick schneidet die große Mehrzahl der Konzerne überraschend gut ab. Erst beim zweiten Blick zeigen sich Schwächen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

DüsseldorfBis heute hat ein knappes Drittel der im US-Aktienindex S&P 500 notierten Unternehmen ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Von 143 Gesellschaften konnten 110 besser als erwartete Gewinne melden, nur 30 lagen unter den Erwartungen. Somit liegt das sogenannte Surprise-Ratio bei 78 Prozent und signalisiert mit dieser Marke eine anscheinend überdurchschnittlich gute Berichtssaison. Bei einer tiefergehenden Analyse trüben sich die Zahlen aber spürbar ein.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bei der Umsatzerwartung konnten nur noch etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen positiv überraschen. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen konnten nur rund 75 Unternehmen Kursgewinne einfahren. Dies zeigt, dass auch bei positiven Überraschungen in Bezug auf die Gewinne der Unternehmen nicht unmittelbar mit Kursgewinnen gerechnet werden kann. Das bisher insgesamt positive Bild war aber von uns erwartet worden, da die Analysten die Erwartungen an die Gewinne und Umsätze der Unternehmen schon im Vorfeld deutlich reduziert hatten. Unmittelbaren Handlungsbedarf können wir daher für den S&P 500-ETF in unserem Bestand nicht erkennen.

Bei den Anleihen ist die Angst vor einer Wiederholung des dramatischen Zinsanstiegs aus dem letzten Jahr spürbar. Seit dem Tiefststand für zehnjährige Bundesanleihen von 0,089 Prozent am 7.April sind die Renditen um knapp 20 Basispunkte angestiegen. Dies ist aus unserer Sicht fundamental nicht zu begründen, da die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin in großem Umfang Anleihen kauft, die Inflation in der Euro-Zone nach wie vor niedrig ist und auch die US-Notenbank nur sehr moderat an der Zinserhöhungsschraube dreht. Daher glauben wir derzeit nicht an eine Wiederholung des Anleihecrashs aus 2015 und sehen noch keinen Grund, die Anleihen in unserem Depot zu verkaufen.

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