Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2015

19:19 Uhr

Musterdepots

Bis zum Sankt Nimmerleinstag

Die US-Notenbank will noch in diesem Jahr den Leitzins erhöhen. Oder doch nicht? Experten prognostizieren den Eingriff erst für 2016. Auch unser Musterdepots-Experte Georgis Kokologiannis hat Zweifel an der Fed-Strategie.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wann leitet die US-Notenbank Fed die immer wieder hinausgezögerte Leitzinswende tatsächlich ein? Nachdem sich beim Unsicherheitsfaktor Griechenland eine  – zumindest vorübergehende – Lösung abzeichnet, verlagert sich der Fokus der Anleger wieder zurück auf die Geldpolitik – dem seit mindestens sieben Jahren bedeutendsten Taktgeber an den Anlagemärkten.

Zwar hat Fed-Chefin Janet Yellen vor kurzem gesagt, sie erwarte, dass es zu „irgendeinem Zeitpunkt im weiteren Jahresverlauf“ angemessen sein werde, den ersten Schritt zu gehen. Und am Devisenmarkt setzen Anleger entsprechend auf eine fortgesetzte Aufwertung des US-Dollars.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch am Rentenmarkt, wo man das Gras oft besser wachsen hört, traut man Yellens Worten offensichtlich weit weniger: Ein spezieller Index von Morgan Stanley, der auf dem Handel von Terminkontrakten basiert, deutet darauf hin, dass die Fed nicht vor Anfang 2016 tätig werden wird. Die Fed hält ihren Leitzins bereits seit Dezember 2008 bei null bis 0,25 Prozent.

Immer noch scheint es am Rentenmarkt enorme Zweifel daran zu geben, dass die US-Wirtschaft ohne Stützräder auf Kurs bleiben wird. Nicht wenige Kritiker der ultralaxen Geldpolitik fürchten, dass die Leizinswende beim nächsten Schnupfen der US-Konjunktur auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden könnte.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×