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15.12.2015

19:56 Uhr

Musterdepots

Börsenbewegungen sind derzeit schwer zu antizipieren

Daniel Hupfer analysiert den Kurssturz von Dialog Semiconductor, Georgios Kokologiannis investiert seine Gewinne in neue Zertifikate und Alexander Kovalenko blickt mit Sorge auf die deutsche Konjunktur. Die Musterdepots.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die letzten Börsentage des Jahres haben es in sich. Nach einem verhaltenen Start hat der Markt am Montag deutliche Verluste aufgebaut, unter denen auch unser Portfolio gelitten hat. Charttechnisch wurden bei mehreren Aktientiteln neue Verkaufssignale generiert. Diesen begegnen wir allerdings mit Vorsicht, da wir auch deutliche Kursanstiege in diesen Tagen nicht ausschließen.

Dialog Semiconductor hat heute eine Umsatzwarnung für das laufende Quartal ausgesprochen. Der Quartalsumsatz wird statt 430 bis 460 Millionen Dollar nur noch den Bereich zwischen 390 und 400 Millionen Dollar erreichen. Zur Eröffnung hat die Aktie dann mehr als 18 Prozent verloren, um sich in den Mittagsstunden auf einen Verlust bei circa fünf Prozent einzupendeln. Diese Kursreaktion illustriert, wie schwer es ist auf eine solche Nachricht adäquat zu reagieren.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wir bleiben zunächst investiert und warten die kommenden Tage ab. Allerdings bleibt es spannend, da sich einige Broker zuletzt kritisch zu der Entwicklung von Apple geäußert haben. Hier wurde ein Zenit im Produktzyklus des iPhone identifiziert und ein damit zu erwartender Rücklauf der Verkaufszahlen. Das könnte für Dialog Semiconductor negative Auswirkungen haben, da ein Teil der produzierten Chips im iPhone verbaut werden.

In diesen Tagen sind die Bewegungen an den Kapitalmärkten schwer zu antizipieren. Bei geringen Umsätzen sind schon wenige Order in der Lage den Markt zu beeinflussen. Selten gab es im Monat Dezember so viele marktrelevante Termine. Nach der EZB hat nun auch die Fed eine richtungsweisende Entscheidung bekanntzugeben. Aufgrund der Nervosität der Marktteilnehmer könnte die sonst übliche Jahresendrally letztlich ausbleiben. Wir schließen uns dem mitunter sehr negativen Sentiment jedoch nicht an und halten an unseren Positionen weiter fest.

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