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08.06.2016

20:37 Uhr

Musterdepots

„Brexit-Folgen sind überschaubar”

Was macht ein möglicher Austritt Großbritanniens mit den Werten im Depot? Nicht viel, glaubt Daniel Hupfer. Mittelfristig seien die Auswirkungen politischer Ereignisse an den Kapitalmärkten kaum spürbar.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Der britische Premierminister David Cameron hat gut zwei Wochen vor dem Referendum nochmals betont, dass ein Brexit der britischen Wirtschaft massiv schaden könnte. Die zuletzt veröffentlichten Umfragen zeigen derzeit ein sehr ausgeglichenes Bild zwischen Befürwortern und Gegnern eines EU-Austritt Großbritanniens. Ein anderes Bild ergibt beim Blick auf die Quoten der Buchmacher.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Danach liegt die Wahrscheinlichkeit eines Austritts bei nur etwa 25 Prozent. Insgesamt stellt sich allerdings die Frage, ob man sich auf die Umfragen bzw. die Buchmacherquoten überhaupt verlassen kann, da die Erfahrungen aus der Vergangenheit mit solchen Einschätzungen sehr gemischt ausfallen. Insofern wird man erst am 23. Juni bzw. am Tag danach Gewissheit über den Ausgang des Referendums haben. Wir haben derzeit in unserem Depot kein signifikantes Exposure zum britischen Kapitalmarkt. Allerdings würden im Falle eines Brexits auch die europäischen Märkte negativ erfasst werden, so dass wir durchaus mit Wertschwankungen rechnen müssen.

Wir halten die nachhaltigen wirtschaftlichen Folgen für die europäischen Aktien- und Rentenmärkte aber für überschaubar. Häufig beeinflussen politische Ereignisse zwar temporär die Kapitalmärkte, allerdings sind die mittel- bis langfristigen Auswirkungen gering. Anders verhält es sich unserer Einschätzung nach für die britische Wirtschaft und die dortigen Kapitalmärkte. Die hohe Unsicherheit, die ein EU-Austritt zur Folge hätte, sollte die Wirtschaft und Märkte dort längerfristig belasten, so dass Investitionen in viele britische Sektoren unattraktiv sind.

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